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Wirtschaft Angst vor Übergriffen: DHL-Kuriere stellen Pakete nicht zu
Nachrichten Wirtschaft Angst vor Übergriffen: DHL-Kuriere stellen Pakete nicht zu
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08:54 24.11.2016
In Berlin meiden Mitarbeiter von DHL Express bestimmte Adressen – aus Sorge vor Übergriffen oder Betrugsversuchen. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Berlin

Aus Sorge vor Übergriffen haben Kuriere von DHL Express in Berlin-Wedding einige Sendungen nicht persönlich ausgeliefert. Die Empfänger mussten sie in der DHL-Express-Station im Stadtteil Wilmersdorf abholen, wie ein Unternehmenssprecher am Mittwoch sagte. Er sprach von wenigen Einzelfällen. Anlass waren Betrugsversuche und Übergriffe auf Kurierfahrer.

DHL Express will auch künftig in Einzelfällen Empfänger bitten, ihre Sendung abzuholen, wenn es notwendig erscheint. „Im Vordergrund steht hierbei die Sicherheit der Kuriere und der uns übergebenen Sendungen“, betonte das Unternehmen. „Es geht hauptsächlich um Betrugsversuche“, sagte ein Sprecher – etwa wenn sich jemand dem Kurier gegenüber unberechtigt als Empfänger der Sendung ausgibt.

Zu den genannten Gewaltvorfällen wollte sich DHL nicht näher äußern. Das Unternehmen betonte, es handele sich um weniger als eine Handvoll Fälle. Es gehe aber nicht nur um bestimmte Adressen in Wedding, sondern auch in anderen Berliner Postleitzahlenbezirken, sagte eine Firmensprecherin der „Berliner Zeitung“.

CDU-Politiker gegen „No-Go-Areas“

Der Expressdienst wird vor allem von Unternehmen genutzt, unter anderem, um Wertgegenstände zu festgelegten Terminen zu liefern – anders als die gewöhnliche Paketsparte DHL Paket für den gewöhnlichen Paketkunden. Diese stelle weiterhin alle Pakete und Päckchen persönlich zu oder hinterlege sie beim Nachbarn oder in der nächsten Postfiale, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist, hieß es.

Lokalpolitiker reagierten am Mittwoch empört auf die Übergriffe. Die CDU sprach sich gegen „No-Go-Areas“ aus. Ein Polizeisprecher sagte: „Es gibt keine rechtsfreien Räume. Die Polizei verfolgt jede Straftat konsequent.“

So funktioniert der Betrug

Der „Berliner Kurier“ hat beschrieben, wie die Betrugsmasche abläuft: Ein Krimineller wähle als Versandoption die „persönliche Übergabe“ in einem bestimmten Zeitfenster aus. Anschließend warte er auf den Zusteller – der unter Zeitdruck steht. Er warte auf ihn im Hausflur, gebe sich als Empfänger aus und verschwinde mit der unbezahlten Ware. Ein DHL-Sprecher sagte dazu: „Es gab ein paar Fälle, bei denen wir den Verdacht haben, dass mittels falscher Identitäten ein Betrug vorliegt.“

Von dpa/RND/wer

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