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Arbeitslosenzahl im November auf Rekordtief

Arbeitsmarkt Arbeitslosenzahl im November auf Rekordtief

Stabile Binnennachfrage, zuversichtliche Unternehmer und ein milder Herbst - all das hat die Zahl der Arbeitslosen im November auf ein Rekordtief sinken lassen. Mit den steigenden Flüchtlingszahlen wartet aber bereits die nächste Herausforderung.

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Im November sind deutlich weniger Arbeitslose zu verzeichnen als im gleichen Zeitraum 2014.

Quelle: Sebastian Kahnert/Archiv

Nürnberg. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist zum Herbstausklang auf ein Rekordtief gesunken. Insgesamt waren im November 2,633 Millionen Menschen ohne Job - das ist der niedrigste November-Wert seit der Wiedervereinigung.

Im Oktober hatte die Zahl der Erwerbslosen noch um 16 000 höher gelegen, vor einem Jahr sogar um 84 000, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,0 Prozent.

Behördenchef Frank-Jürgen Weise zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung: "Die Arbeitslosigkeit ist gesunken, Erwerbstätigkeit und Beschäftigung haben erneut kräftig zugenommen. Damit hat sich der Arbeitsmarkt erneut gut entwickelt und ist für die anstehenden Herausforderungen gerüstet", sagte Weise mit Blick auf die im nächsten Jahr erwartete steigende Flüchtlings-Arbeitslosigkeit.

Arbeitsmarktforscher rechnen im Jahresdurchschnitt 2016 mit rund 130 000 arbeitslos gemeldeten Asylbewerbern. Stellt man den erwarteten Rückgang bei einheimischen Arbeitslosen dieser Zahl gegenüber, dürfte die Arbeitslosenzahl unter dem Strich 2016 allerdings nur um rund 70 000 steigen, prognostizieren Arbeitsmarktforscher.

Nach Angaben von Bundesagentur-Vorstandsmitglied Raimund Becker sind derzeit in Deutschland 417 000 Menschen aus den Asylherkunftsländern im erwerbsfähigen Alter registriert. Rund 160 000 davon seien im November als Arbeitslose registriert - und damit 22 Prozent mehr als vor einem Jahr. Allerdings fielen unter die Zahlen auch Zuwanderer, die zwar aus Asylzugangsländern stammten aber schon längere Zeit in Deutschland lebten, gab Becker zu bedenken.

Die Bundesagentur setze dabei auf eine frühzeitige Förderung der Flüchtlinge. Dazu gehörten für Asylbewerber mit guten Aussichten, in Deutschland bleiben zu können, neben Deutschkursen auch die Überprüfung ihrer Talente und Fähigkeiten. "Dies unterscheidet uns vom Umgang mit arbeitssuchenden Flüchtlingen in anderen Ländern", betonte Becker.

Bei jungen Asylsuchenden bestehe allerdings oft das Problem, dass sie eine angebotene Berufsausbildung ablehnten. "Viele wollen möglichst gleich arbeiten, um rasch Geld nach Hause überweisen zu können", berichtete Becker. Ähnliche Erfahrungen hat auch das für die Arbeitsmarktpolitik zuständige BA-Vorstandsmitglied Detlef Scheel gemacht. Eine Lösung könnte hier eine berufsbegleitende Qualifizierung darstellen.

Wie gut es um den Arbeitsmarkt steht, zeigt sich derweil nach Weises Einschätzung auch die Beschäftigtenstatistik. Nach den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes vom Oktober stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 27 000 auf 43,5 Millionen.

Das waren 385 000 mehr als im Vorjahr. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte von August auf September um 60 000 auf 31,35 Millionen zu. Das waren 688 000 mehr Menschen mit regulärer Beschäftigung als vor einem Jahr.

Und die Unternehmen suchen weiter nach neuen Mitarbeitern: Die Zahl der offenen Stellen stieg im November im Vergleich zum Vorjahr um 96 000 auf 610 000. Besonders gesucht waren laut Bundesagentur - auch aufgrund des Weihnachtsgeschäfts - Arbeitskräfte im Verkauf sowie in Verkehr und Logistik. Es folgten Berufe in der Maschinen- und Fahrzeugtechnik und der Metallerzeugung, -bearbeitung und im Metallbau sowie in der Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik und in den Gesundheitsberufen.

Wegen der anhaltend guten Arbeitsmarktlage rechnet die Bundesagentur für dieses Jahr mit einem Milliardenüberschuss. Bis Ende November hatte die Behörde ein Plus von 3,13 Milliarden Euro erwirtschaftet, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise am Dienstag in Nürnberg. Als Ursache der guten Zahlen nannte Weise die deutlich gesunkenen Ausgaben für Arbeitslosen-Förderung und Insolvenzgeld. Zugleich hätten die Einnahmen bis Ende November um 100 Millionen Euro höher gelegen als eingeplant.

dpa

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