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17:46 03.07.2018
OECD-Generalsekretär Angel Gurría: „Während Exporte aus Ländern mit viel Land wachsen werden, werden viele ärmere Länder mit wachsenden Bevölkerungen zunehmen von Importen abhängig, um die Menschen zu versorgen.“ Quelle: dpa
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Rom

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat vor wachsender Abhängigkeit armer Länder von Lebensmittelimporten im kommenden Jahrzehnt gewarnt. Die OECD und die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) rechnen ihrem am Dienstag in Paris und Rom veröffentlichten Bericht zufolge für diesen Zeitraum mit 20 Prozent Wachstum bei Agrarwirtschaft und Fischerei. Ein Großteil der Zunahme werde auf Entwicklungs- und Schwellenländer entfallen, während Produktivitätssteigerungen in Industriestaaten langsamer als im vergangenen Jahrzehnt ausfallen werden, heißt es im gemeinsamen Landwirtschaftsausblick der beiden Organisationen.

Vor allem für Länder mit starkem Bevölkerungswachstum im Mittleren Osten, in Nordafrika, im südlichen Afrika sowie in Asien rechnet der Bericht mit wachsenden Lebensmittelimporten. Steigende Ausfuhren hingegen zeichnen sich insbesondere in Regionen mit großen Agrarflächen in Nord- und Südamerika ab. „Während Exporte aus Ländern mit viel Land wachsen werden, werden viele ärmere Länder mit wachsenden Bevölkerungen zunehmen von Importen abhängig, um die Menschen zu versorgen“, sage OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung des Berichts in Paris.

Knappe Ressourcen und extreme Wetterphänomene

Im Mittleren Osten und in Nordafrika werden Landwirtschaft und Fischerei im kommenden Jahrzehnt dem Bericht zufolge nur um 1,5 Prozent wachsen und dabei von beschränkten Ressourcen an Land und Wasser sowie zunehmend extremen Wetterphänomenen behindert werden. Vor diesem Hintergrund forderten OECD und FAO zu verstärkten Bemühungen um landwirtschaftliche Entwicklung auf. Von der Getreideproduktion mit hohem Wasserverbrauch solle die Region hingegen absehen.

FAO-Generalsekretär José Graziano da Silva forderte angesichts der hohen Produktivitätssteigerungen des vergangenen Jahrzehnts eine Wende hin zu nachhaltiger Landwirtschaft. Intensive Anbaumethoden hätten einen hohen ökologischen Preis. Böden, Wälder, Wasser, Luftqualität und die Artenvielfalt müssten besser geschützt werden.

Von RND/epd

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