Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Asbeck will eigene Werke zurückkaufen
Nachrichten Wirtschaft Asbeck will eigene Werke zurückkaufen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:57 08.08.2017
Der Gründer des insolventen Solarkonzerns Solarworld, Frank Asbeck, will über eine neue Firma die zwei deutschen Werke des Konzerns mit verbleibenden 475 Arbeitsplätzen retten. Quelle: dpa
Bonn

Der Gründer des insolventen Solarkonzerns Solarworld, Frank Asbeck, will über eine neue Firma die zwei deutschen Werke des Konzerns mit verbleibenden 475 Arbeitsplätzen übernehmen. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, hat Insolvenzverwalter Horst Piepenburg einen Kaufvertrag mit der Ende Juli von Asbeck gegründeten Solarworld Industries GmbH geschlossen. Diese solle „wesentliche Teile der Solarzellen- und Modulproduktion“ weiterführen und sich auch um den Vertrieb kümmern, hieß es.

Für 1200 Beschäftigte in den beiden Werken im sächsischen Freiberg und im thüringischen Arnstadt, die nicht mehr benötigt werden, seien Transfergesellschaften bis Mitte Februar 2018 geplant - 500 in Arnstadt und 700 in Freiberg. Der Einigung müssen die Gläubiger noch zustimmen. Dazu hat Piepenburg für diesen Freitag (11.8.) eine außerordentliche Gläubigerversammlung in Bonn beantragt.

Das Geld für das Geschäft soll nach unbestätigten Berichten aus Katar kommen. Das Unternehmen Qatar Solar aus dem Emirat am Golf ist an Solarworld mit 29 Prozent beteiligt. Wenn die Gläubiger zustimmen, will Solarworld Industries in der neuen Struktur am 16. August starten. Zur Kaufsumme machten Piepenburg und Solarworld keine Angaben.

In der Solarworld-Zentrale in Bonn wurden bereits 150 Mitarbeiter unwiderruflich freigestellt. Dort bleibt vorerst nur eine Abwicklungsmannschaft von etwa 65 Beschäftigten. „Angesichts der komplexen Bedingungen der Solarindustrie ist das für die Gläubiger wirtschaftlich vernünftig und für die Standorte und Mitarbeiter die verantwortungsvollste Lösung“, sagte Piepenburg der Deutschen Presse-Agentur.

Es habe mehrere andere seriöse Interessenten aus aller Welt gegeben, aber alle hätten noch mehrere Monate für die Prüfung des Kaufs benötigt, sagte ein Sprecher Piepenburgs. So viel Zeit habe das Unternehmen aber nicht, da für die Gehälter kein Geld mehr da sei.

Mitte Mai hatte Solarworld mit weltweit rund 3000 Beschäftigten nach sechs Verlustjahren in Folge Insolvenz anmelden müssen. Solarworld sieht sich als Opfer des weltweiten Preissturzes bei Solarmodulen durch Dumping-Angebote vor allem chinesischer Hersteller. Kritiker werfen Asbeck aber auch eigene Fehler und eine zu späte Reaktion auf die Marktveränderungen vor. 2013/14 war der Konzern schon einmal der Pleite nur knapp mit einem tiefen Schuldenschnitt entkommen. In Deutschland wurden zuletzt knapp 1900 Mitarbeiter beschäftigt.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bundesweit untersuchen Labore Eier auf das Insektizid Fipronil. Bundesagrarminister Schmidt will Verbindungsbeamte in die Niederlande und nach Belgien schicken. Doch Belgien sieht keine Versäumnisse.

08.08.2017

Volkswagen bietet Besitzern alter Diesel-Fahrzeuge beim Kauf eines neuen VW eine Umweltprämie an – auch wenn der Alt-Diesel nicht vom Wolfsburger Konzern ist: Bei VW und VW Nutzfahrzeuge gibt es bis Jahresende bis zu 10.000 Euro.

08.08.2017
Wirtschaft Zulagen für Gepäck, Platzwahl und Co. - Airlines verdienen immer mehr durch Extra-Zulagen

Wer per Flieger reist, muss längst nicht mehr nur für das Ticket lohnen. Für Gepäck, Platzwahl und vieles mehr langen viele Fluggesellschaften extra zu. Dass sich das rechnet, untermauert eine aktuelle Studie: Allein die US-Gesellschaft United macht dadurch mehr als 6 Milliarden Dollar Umsatz – zusätzlich.

08.08.2017