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Nachrichten Wirtschaft Aufsichtsrat berät über Zukunft von Cryan
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11:05 17.04.2018
John Cryan, Chef der Deutschen Bank, möchte an der Sanierung des Unternehmens arbeiten. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Sonntag könnte ein entscheidender Tag für den Mann an der Spitze der Deutschen Bank werden: Der Aufsichtsrat des Konzerns kommt an diesem Sonntag zusammen, über die Zukunft von John Cyran zu beraten. Dabei soll die Personalie des Vorstandsvorsitzenden diskutiert werden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Sonnabend aus Aufsichtsratskreisen erfuhr. Zuvor hatten das „Handelsblatt“ und das „Manager Magazin“ darüber berichtet. Demnach hat Aufsichtratschef Paul Achleitner den „Update-Call“ des Kontrollgremiums einberufen.

Achleitner sucht dem Vernehmen nach bereits einen Nachfolger für Cryan. Allerdings wäre der Aufsichtsratschef dann nach Ansicht von Beobachtern selbst beschädigt: Er hatte den als Sanierer geschätzten ehemaligen UBS-Finanzchef zur Deutschen Bank geholt. Wer dem Briten an der Spitze des größten deutschen Geldhauses nachfolgen könnte, war bisher unklar. Laut verschiedenen Medienberichten waren mehrere Kandidaten erwogen worden.

Cyran möchte weiter an der Sanierung der Bank arbeiten

In seinen knapp drei Jahren an der Spitze des Geldhauses war es Cryan nicht gelungen, das schwächelnde Kapitalmarktgeschäft anzukurbeln. Drei Jahre in Folge schrieb die Bank tiefrote Zahlen. Vor Ostern hatte sich Cryan allerdings mit einer kämpferischen Botschaft an die Belegschaft gewandt und damit klargemacht, dass er bleiben will. Sein Vertrag läuft regulär bis 2020.

In der Mitteilung betonte Cryan auch, er werde weiter an der Sanierung der Bank arbeiten, aber nach baldigen Fortschritten werde „künftig wieder mehr Fokus auf Wachstum liegen und darauf, dass wir für unsere Aktionäre attraktive Renditen erzielen“. Investoren haben Cryan oft vorgeworfen, er sei zwar ein Kostensparer, habe aber keine Vision, wie die Deutsche Bank wieder Geld verdienen könne.

Zwar hat der Bankchef einen Teil der problematischen Themen inzwischen abgearbeitet, allen voran gefährliche Rechtsstreitigkeiten. Jedoch ist es ihm bislang nicht gelungen, das einst so gewinnträchtige Kapitalmarktgeschäft der Deutschen Bank auf Vordermann zu bringen. Kurz vor Ostern schockierte der Vorstand die Anleger sogar mit der Nachricht über deutlichen Gegenwind in der Sparte. Die Aktie hat seit Jahresbeginn erheblich an Wert verloren.

Von dpa/RND

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