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Nachrichten Wirtschaft Ausbildungstag mit Speed-Dating in Leipzig
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06:01 01.05.2018
Im ZAW können sich Schüler am Sonnabend über Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Quelle: IHK Leipzig
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Leipzig

Sie gilt als die größte und wichtigste Veranstaltung in Sachen Jobwahl in ganz Mitteldeutschland: der Open-Air-Berufsinformationstag. Rund 100 Unternehmen stellen sich am Sonnabend, 5. Mai, von 10 bis 14 Uhr, auf dem Gelände des ZAW (Zentrum für Aus- und Weiterbildung vor (Am Ritterschlösschen 22). 4000 bis 5000 Besucher werden zur 26. Auflage erwartet.

Ausbildung zum Anfassen

Es ist keine Messe, was da stattfindet, sondern Ausbildung zum Anfassen. Die künftigen Azubis können sich praktisch ausprobieren - in Werkstätten, an Fahrzeugen und Maschinen. Die Unternehmen begegnen ihren künftigen Azubis auf Augenhöhe, auch durch junge Kollegen, aktuelle Lehrlinge, die ihren Job vorstellen. Wer 25 ist, spricht eben doch eine andere Sprache als ein 60-Jähriger und kann vielleicht eher Interesse wecken.

Überblick im Wust der Möglichkeiten

Unternehmen präsentieren und werben für sich, junge Leute bekommen einen Überblick im Wust der Möglichkeiten. Das ist das Konzept. Dazu kommt ein Speed-Dating (11.30 bis 12.30 Uhr). Wie bei der fixen Partnersuche haben Personalverantwortliche und künftige Lehrlinge nur ganz kurz Zeit, um sich gegenseitig abzuklopfen.

1600 freie Lehrstellen in Leipzig

Dass dabei die Schulabgänger immer mehr im Vorteil sind, weiß Thomas Hofmann, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig (IHK). Sie ist Veranstalter des Tages - neben der Handwerkskammer zu Leipzig (HWK), der Arbeitsagentur sowie dem Landesamt für Schule und Bildung (früher Regionalschulamt). Allein die IHK vermeldet für das in diesem Sommer beginnende Ausbildungsjahr noch 600 offene Lehrstellen; die Arbeitsagentur spricht nur für die Stadt Leipzig von derzeit 1600 freien Plätzen.

Betriebe machen Abstriche

Längst müssen Betriebe Abstriche machen. Bei Noten und Schulabschlüssen zum Beispiel, wie Hofmann einräumt. „Das ist nicht mehr die erste Zielfunktion, weil man eben die Auswahl nicht mehr hat.“ Indiskutabel bleiben soziale Kompetenzen: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit sowie eine gewisse Zielstrebigkeit - der Zug zum Ausbildungsabschluss.

Unternehmen und Verbände gehen nach vorn

Sachsens Bildungsbehörde hat auf die Lage am Ausbildungsmarkt reagiert, sorgt mit speziellen Praxisberatern an 21 Oberschulen dafür, dass es eine frühe Bindung an ausbildende Unternehmen gibt, erklärt Roman Schulz, Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung. Nur wenn man Schüler frühzeitig erreicht und ihr Interesse weckt, wird man dem Fachkräftemangel begegnen, betont Thomas Hofmann. Am Besten schon ab Klasse 5. „Das ist der einzige Schlüssel, um unseren Nachwuchs zu sichern.“ Mit Umschulungen und Weiterbildungen, auch mit Flüchtlingen, werde man das Problem allein quantitativ nicht in den Griff bekommen.

Handwerkskammer lädt zu Werkstatttagen

Und so sind Unternehmen und ihre Verbände längst in die Offensive gegangen. Die Handwerkskammer zum Beispiel bietet 14-tägige Werkstatttage für 7. und 8. Klassen an - beim ZAW und im HWK-Bildungszentrum Borsdorf. „Viele haben dort ihre ersten Erfolgserlebnisse, merken beim Bau eines Vogelhäuschens, dass das Ding mit der Winkelberechnung wichtig ist, dass man Schulwissen ganz praktisch anwenden kann“, sagt HWK-Hauptgeschäftsführer Volker Lux.

In kurzer Zeit viele Unternehmer kennenlernen

Nun also der große Berufsinformationstag am Sonnabend - ebenfalls ganz dicht an der Praxis. „Es gibt dort gute Gelegenheiten zur Vereinbarung von Schnuppertagen oder Praktika“, trommelt Hermann Leistner, Sprecher der Agentur für Arbeit. „Man kann am 5. Mai im ZAW in kürzester Zeit an einem Ort auf ganz viele Personalentscheider treffen, da braucht man sonst Wochen zu.“ Industrie, Handel, Handwerk, Landwirtschaft, Gastronomie, Dienstleistungen, öffentlicher Dienst, Kommunikations- und Medienbranche, Bundeswehr - alle sind vor Ort. „Das ist der Tag im Jahr“, trommelt Leistner, „wer das Ding verbrummt, ist selber schuld.“

Von Björn Meine

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