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Außenhandelsverband: Brexit über Jahre Gift für Wirtschaft

EU Außenhandelsverband: Brexit über Jahre Gift für Wirtschaft

Am Donnerstag entscheiden die Briten über das Schicksal Europas. Verlassen sie die EU oder bleiben sie Teil der Union? Vor allem Wirtschaftsverbände entwerfen Horror-Szenarien für den Brexit-Fall.

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Wirtschaftsverbände sehen einem etwaigen Brexit mit großer Sorge entgegen. 

Quelle: Foto: Gregor Fischer

Berlin. Ein Abschied der Briten aus der EU würde dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) zufolge die Wirtschaft Großbritanniens und der ganzen EU hart treffen. "Ein Brexit führt zu Unsicherheit und Vertrauensverlust über Jahre", sagte Verbandspräsident Anton Börner.

Dies hätte "erhebliche Auswirkungen" auf die Euroschuldenkrise, die Arbeitslosigkeit und die wirtschaftlichen Aussichten insgesamt, so Börner in Berlin.

Die Briten stimmen am Donnerstag per Referendum darüber ab, ob sie in der EU bleiben. Umfragen sahen zuletzt die EU-Befürworter knapp vorn. Negative wirtschaftliche Folgen sind das wichtigste Argument der Brexit-Gegner jenseits des Ärmelkanals.

Nach Ansicht des Verbands würden Austrittsverhandlungen eine zweijährige Hängepartei bedeuten, da der Zugang der Briten zum EU-Binnenmarkt und zum Finanzsektor neu geregelt werden müsste. Letzterer sei für die Briten von "existenzieller Bedeutung". Die Londoner City bliebe voraussichtlich nicht der Nabel der Finanzwelt.

Die Schweiz und Norwegen, die beide keine EU-Mitglieder sind, hält der BGA als Blaupause für Großbritannien für ungeeignet, es müssten neue Sonderregelungen ausgehandelt werden. Enorme Bürokratie und Zölle könne die Folge sein.

"Eine weitere politische Folge wird die Sogwirkung in anderen Mitgliedstaaten sein, wenn erstmals ein Staat aus der EU austritt", sagte Verbandschef Börner. "Aus meiner Sicht liefe das auf ein Ende der Europäischen Union hin, wie wir sie kennen." Er befürchtet eine Marginalisierung Europas, dass nicht mehr "als ein großer, starker und leistungsfähiger Kontinent" wahrgenommen werden würde. Nach Meinung Börners könnten etwa in Frankreich, Italien, den Niederlanden oder Tschechien EU-Referenden folgen.

An Brüssel appellierte er, sich mehr um die großen Linien und weniger um das "Klein-Klein" zu kümmern. Nicht jedes Detail müsse harmonisiert werden, auch wenn es weiter Bedarf an einheitlichen Regeln gebe. "Um es deutlich zu sagen: die Annahme, eine Rückbesinnung auf den Nationalstaat wird unsere Probleme lösen, ist ein vollkommener Trugschluss", stellte Börner fest. Die kommenden Herausforderungen ließen sich nur gemeinsam meistern.

dpa

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