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BASF mit verhaltener Prognose

Chemie BASF mit verhaltener Prognose

Der Chemiekonzern BASF hadert weiter mit dem Ölpreis. Er sei das größte Risiko, sagt Vorstandschef Bock - obgleich mit dem Öl auch ein wichtiger Rohstoff für viele BASF-Produkte billiger geworden ist.

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Aktionäre auf der Hauptversammlung des Chemiekonzerns BASF: Die Ludwigshafener sind von den anhaltend niedrigen Öl- und Gaspreisen doppelt betroffen.

Quelle: Uwe Anspach

Mannheim. Der dramatisch abgestürzte Ölpreis bleibt der Klotz am Bein der BASF. "Das größte Risiko ist und bleibt der Ölpreis", sagte Vorstandschef Kurt Bock am Freitag bei der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal 2016 vor der Hauptversammlung in Mannheim.

Nach seiner Prognose für das Gesamtjahr wird der Umsatz (2015: 70,5 Milliarden Euro) wegen des Öl- und Gaspreisverfalls und der Abgabe des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts an den russischen Energieriesen Gazprom um mehr als fünf Prozent zurückgehen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sondereinflüssen soll bis zu zehn Prozent unter dem Vorjahreswert (6,74 Milliarden Euro) liegen. Angesichts der derzeitigen Lage sei das "ein anspruchsvolles Ziel", sagte Bock.

Der Vorstandschef zeigte sich zuversichtlich, dass der Ölpreis "in den nächsten Jahren" wieder zulegt. Derzeit liege er mit gut 40 US-Dollar für ein Barrel der Sorte Brent im Rahmen der Annahmen. Bei 40 Dollar sei das Geschäft wenig erfreulich - noch vor zwei Jahren habe man einen Preis von 100 US-Dollar für normal gehalten. "Die meisten Experten gehen davon aus, dass wir die 100 US-Dollar-Marke kurzfristig nicht wiedersehen werden."

Die Ludwigshafener sind von den anhaltend niedrigen Öl- und Gaspreisen doppelt betroffen. Niedrige Preise belasten neben der Öl- und Gastochter Wintershall auch das Geschäft mit Chemikalien. Vor allem die Margen bei Petrochemikalien stehen in dem Geschäftsfeld deutlich unter Druck.

Die Grundstoffe für die Herstellung etwa von Kunststoffen, Arzneimitteln, Farbstoffen und Waschmitteln können zwar billiger hergestellt werden, da Erdöl und Erdgas wichtige Rohstoffe und derzeit billig zu haben sind. Aber die niedrigeren Einkaufspreise müssen Chemieunternehmen bei starkem Wettbewerb in der Regel an die Kunden weitergeben.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die BASF damit, dass die Weltwirtschaft mit 2,3 Prozent etwa so stark wächst wie im Vorjahr (2,4 Prozent). Die weltweite Chemieproduktion soll um 3,4 Prozent zulegen, etwas weniger als 2015 (3,6 Prozent).

"Das Geschäftsumfeld wird also herausfordernd bleiben, und wir rechnen nicht mit einer raschen Erholung unserer Märkte", sagte Bock. Er betonte, BASF werde die Investitionen 2016 im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Fünftel auf gut vier Milliarden Euro reduzieren. Zudem gehe es darum, neue Kapazitäten auszulasten.

"Für uns hat das Jahr verhalten begonnen", sagte Bock. Zwar verschaffte ein wegen des Ölpreisverfalls reduzierter Steueraufwand dem Konzern einen Gewinnzuwachs von 18 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro. Das Ebit vor Sondereinflüssen ging jedoch um 8 Prozent auf 1,90 Milliarden Euro zurück. Neben dem fehlenden Gashandel- und Gasspeichergeschäft, das BASF im Zuge eines Tauschs an den russischen Energieriesen Gazprom abgetreten hatte, wirkte sich auch hier der gesunkene Ölpreis aus. Er drückte erneut auf die Preise und belastete zum Beispiel den Gewinn in der Sparte mit Basischemikalien. Der Konzernumsatz schrumpfte um 29 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro.

dpa

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