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BMW-Gewinn übertrifft die Erwartungen

Auto BMW-Gewinn übertrifft die Erwartungen

BMW verkauft nicht nur mehr Autos, sondern ist auch profitabler als seine wichtigsten Wettbewerber. Konzernchef Krüger gibt sich optimistisch und erwartet bei internen Baustellen Fortschritte.

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Im BMW-Autogeschäft blieben 9,5 Prozent vom Umsatz als operativer Gewinn hängen - deutlich mehr als ein Jahr zuvor.

Quelle: Armin Weigel

München. BMW hat bei Verkauf, Umsatz und Gewinn die Nase vor den Konkurrenten Mercedes und Audi. Mit einem Gewinnsprung um über 11 Prozent auf fast zwei Milliarden Euro übertraf der Münchner Autokonzern im zweiten Quartal die Erwartungen.

Die höhere Nachfrage in Europa und auf dem besonders profitablen chinesischen Markt, die gute Absicherung von Währungs- und Rohstoffrisiken sowie geringere Investitionen trugen dazu bei. Vorstandschef Harald Krüger bekräftigte die Jahresziele und sagte: "BMW bleibt der führende Premiumhersteller der Welt."

Analysten sprachen von einem starken Ergebnis. Die Börse reagierte indes verhalten: In einem schwachen Gesamtmarkt gaben BMW-Aktien ebenso wie Papiere der Konkurrenten Volkswagen und Daimler nach.

Der Umsatz des bayrischen Autobauers kletterte im zweiten Quartal um 4,5 Prozent auf 25 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 7,9 Prozent auf 2,7 Milliarden und der Gewinn sogar um 11,4 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro.

Im Autogeschäft blieben im zweiten Quartal wie im gesamten ersten Halbjahr 9,5 Prozent vom Umsatz als Betriebsgewinn hängen - deutlich mehr als bei der Konkurrenz: Die VW-Tochter Audi kam mit dem Diesel-Skandal auf eine Marge von 8,0 Prozent, Mercedes wegen der Anlaufkosten für die neue E-Klasse nur auf 6,7 Prozent. Alle drei Autobauer mussten dreistellige Millionenbeträge für den Rückruf von Autos mit defekten Airbags des japanischen Herstellers Takata zurücklegen.

BMW-Chef Krüger zeigte sich zuversichtlich, dieses Jahr mehr als 2,25 Millionen Autos zu verkaufen und mehr als 9,2 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern zu erwirtschaften - "leichte Zuwächse auf jeweils neue Bestmarken", wie er sagte. Bei Absatz, Innovationen und Ergebnis wolle BMW 2016 der führende Premium-Hersteller bleiben, betonte Finanzvorstand Friedrich Eichiner.

Zulegen konnte BMW vor allem mit den kleineren Modellen X1 und 2er. Beim meistverkauften Modell dagegen, dem 3er, spürte BMW die Konkurrenz der neuen E-Klasse und des Audi A4, und auch der 5er verkaufte sich vor dem Start des neuen Modells am Jahresende schlechter.

Insgesamt aber legten die Verkaufszahlen um 5,7 Prozent zu. "Mit mehr Absatz sollte man auch etwas mehr verdienen. Das haben wir geschafft", erklärte Eichiner. "Wir haben mehr Fahrzeuge in China verkauft - das ist margenseitig immer sehr positiv." Mit dem Start der X1-Langversion dürfte es in China weiter aufwärtsgehen.

In den USA dagegen brach der BMW-Verkauf ein. Der Wettbewerb sei hart, die Preise seien gesunken, sagte Eichiner. Aber mit dem neuen X1 und dem neuen 7er solle es im zweiten Halbjahr etwas besser laufen und der Absatz bis Jahresende "in etwa auf Vorjahresniveau" ankommen.

Für Diesel-Autos gebe BMW keine Rabatte. Bei der Nachfrage gebe es keine große Veränderung, der Anteil liege weltweit bei 38 Prozent, sagte Krüger. Die Kaufprämie für i3-Elektroautos und Hybride in Deutschland werde vor allem von Privatkunden genutzt. Die bis Jahresende geplante Produktion sei schon verkauft.

Vom Brexit-Votum in Großbritannien spüre BMW noch nichts: "Im Juli haben wir noch keine Auswirkungen gesehen", sagte Krüger. Im September sollte die Nachfrage wegen eines Kennzeichenwechsels stark ansteigen - danach könne er mehr sagen. England ist für BMW einer der größten Märkte, zudem baut der Konzern dort den Mini.

Für Forschung und Entwicklung gab BMW im ersten Halbjahr weniger aus. Das werde im zweiten Halbjahr wegen der Markteinführung des 5ers und eines Nachholeffekts bei Investitionen deutlich mehr werden, sagte Eichiner. Auch die Personalkosten stiegen. Die Mitarbeiterzahl wuchs um 4000 auf 123 600. In den nächsten Monaten werde BMW autonom fahrende Prototypen erproben, sagte Krüger. In fünf Jahren will BMW ein selbstfahrendes Serienauto auf den Markt bringen.

dpa

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