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Wirtschaft Bahn startet Probebetrieb des neuen ICE 4
Nachrichten Wirtschaft Bahn startet Probebetrieb des neuen ICE 4
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18:54 31.10.2016
Seit Montag ist der ICE 4 zwischen Hamburg und München unterwegs. Quelle: dpa
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Berlin

Mehr als sechs Wochen nach der Präsentation des ICE 4 in Berlin ist der Zug in den mehrmonatigen Probebetrieb gestartet. Zwischen Hamburg und München fahren seit Montag zwei Hochgeschwindigkeitszüge der neuen Generation, wie die Deutsche Bahn im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb. Der erste der beiden ICE ist nach Angaben einer Bahnsprecherin am frühen Morgen von Hamburg in Richtung München gestartet.

Bahn will mit dem ICE 4 aus der Krise

Offiziell soll der ICE 4 erst ab Dezember 2017 auf deutschen Schienen rollen. Zuvor will die Bahn die Züge testen – Probleme können so noch abgestellt werden, bevor der Zug seinen Dienst aufnimmt. Die neue Generation des Schnellzugs soll nach und nach die ICE-1- und ICE-2-Flotten ersetzen.

Die Bahn hat 130 Züge der neuen Flotte bestellt und mit 5,3 Milliarden Euro ihr größtes Fahrzeugprojekt überhaupt in Auftrag gegeben. Er soll der Bahn aber durch mehr Sitzplätze und die damit einhergehende Möglichkeit zu mehr verkauften Tickets pro Zug sowie durch einen geringeren Energieverbrauch aus der Krise helfen. Der Fernverkehr kämpft inzwischen seit Jahren gegen die Billigkonkurrenz der Fernbusse.

Der zwölfteilige Zug ist fast 350 Meter lang und hat 830 Sitzplätze. Die Wagen sind mit Panoramafenstern ausgestattet. Zum ersten Mal können Fahrgäste ihr Rad mitnehmen.

Daten und Fakten: Das ist der ICE 4

Kunden können ihn jetzt rund ein Jahr lang ausprobieren: den neuen Hochgeschwindigkeitszug ICE 4 der Deutschen Bahn. Unterwegs ist er seit Montag auf der Strecke zwischen Hamburg und München, allerdings nur „vereinzelt“, wie die Bahn erklärt. Der Zug bringt es höchstens auf 250 Stundenkilometer. Dafür hält der Innenraum für Fahrgäste viel Neues bereit.

MEHR UND BESSERE SITZPLÄTZE

Die Deutsche Bahn sieht in dem ICE 4 einen „Nutzflächen-Champion“, weil er 830 Sitzplätze bietet. Ein Viertel davon befindet sich in der ersten Klasse. Die hohe Zahl an Sitzplätzen ist möglich, weil die Wagen länger sind und im Inneren weitgehend auf Schränke für Steuersysteme verzichtet wurde. Bis auf ein Kleinkind-Abteil gibt es keine Abteile mehr.

NEUE SITZE

Um viele Sitzplätze und trotzdem Beinfreiheit zu ermöglichen, gleiten die Rückenlehnen beim Verstellen in die Sitzschale. Der hintere Nachbar bleibt also ungestört. In der ersten Klasse können sowohl die Sitzfläche wie auch die Sitzneigung individuell eingestellt werden. An jedem Sitz befindet sich nun auch ein Griff, der während der Fahrt Halt bietet.

STAURAUM FÜR GEPÄCK IMMER IM BLICK

Gepäckfächer am Ein- und Ausstieg gibt es nicht mehr. Die Regale sind jetzt im Großraum verteilt platziert. Reisende sollen ihre Koffer so immer in ihrer Nähe und im Blick haben können. Über den Sitzen gibt es weiterhin Ablageflächen. Laut Deutscher Bahn bietet der ICE 4 insgesamt mehr Platz für Gepäck.

NEUE ORIENTIERUNGSHILFEN FÜR REISENDE

Die Platzreservierungen sind nun nicht mehr über den Sitzen zu finden, sondern auf einer digitalen Anzeige an der Seitenkante der Kopfstütze. Fahrgäste sollen so schneller ihren Platz finden. In jedem Wagen hängen zudem sechs Bildschirme an der Decke über dem Gang, auf dem die Reisenden über ihre nächsten Anschlüsse, den Reiseverlauf oder Sehenswürdigkeiten des nächsten Halts informiert werden.

BESSERE KLIMAANLAGEN

Die Klimaanlagen in ihren Zügen haben der Deutschen Bahn schon allzu oft Probleme beschert. Die Klimaanlage im ICE 4 wurde technisch weiterentwickelt und besteht nun aus zwei Kältekreisläufen. Fällt einer aus, funktioniert die Anlage trotzdem weiter. Zudem ist sie nun für Umgebungstemperaturen bis zu plus 45 Grad Celsius ausgelegt. Sie entspricht damit südeuropäischem Standard und ist deutlich leistungsfähiger als die bisherigen Anlagen.

ERSTMALS FAHRRADSTELLPLÄTZE

Bisher können Fahrgäste kein Fahrrad im ICE mitnehmen - das soll ab kommendem Jahr möglich sein. Der ICE 4 verfügt in einem Endwagen über acht Stellplätze. Da das Angebot begrenzt ist, müssen sie reserviert werden. Die Kosten sollen denen aus anderen Zugklassen entsprechen - derzeit wären es also neun Euro, mit BahnCard sechs Euro. Im Probebetrieb sollen die Kunden auf die Fahrradmitnahme noch verzichten.

LICHTFARBE JE NACH TAGESZEIT

Im gesamten Fahrgastraum wartet der ICE 4 mit einem neuen Lichtkonzept auf: Die Lichtfarbe und die Lichtintensität sollen sich der Tageszeit anpassen - von kühlem Blau bis zu warmem Rot. Damit will die Deutsche Bahn ein „Wohlfühlambiente“ schaffen.

BESONDERE AUSSTATTUNG FÜR ROLLSTUHLFAHRER

Der ICE verfügt über einen eingebauten Hublift, mit dem Rollstuhlfahrer in den Zug gelangen können. Er kann über einen Taster außen angefordert werden und führt in einen Großraumwagen mit breiterem Gang, in dem auch das Wenden eines Rollstuhls möglich sein soll. Es gibt nun vier Stellplätze mit einem höhenverstellbaren Tisch, einer Notruf- und einer Servicetaste. Auch das WC in dem Wagen ist für Rollstuhlfahrer ausgelegt.

Von dpa/afp/RND

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