Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Banken ächzen unter Zinstief - Strafzinsen für Sparer?

Banken Banken ächzen unter Zinstief - Strafzinsen für Sparer?

Seit Jahren sinken die Zinsen, mancherorts liegen sie sogar schon im negativen Bereich. Das trifft sowohl Sparer als auch Banken. Wie gefährlich die Entwicklung ist, macht der Chef der deutschen Finanzaufsicht deutlich. Auch Top-Banker warnen.

Voriger Artikel
Bahn-Chef: Kaum Spielraum für Preiserhöhungen im Fernverkehr
Nächster Artikel
Ministerium: "Unzulässige" Abschalteinrichtungen bei Fiat

«Das gefühlt ewige Zinstief lässt die Ertragsbasis der Institute langsam aber sicher erodieren», warnt Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Quelle: Daniel Karmann/Symbolbild

Frankfurt/Main. Die Finanzaufsicht Bafin sorgt sich angesichts des anhaltenden Zinstiefs um Deutschlands Banken.

"Für den Bankensektor wird die derzeitige Zinspause mehr und mehr zu einer bedrohlichen Durststrecke", sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Felix Hufeld, bei einer Bankentagung am Donnerstag in Frankfurt. "Das gefühlt ewige Zinstief lässt die Ertragsbasis der Institute langsam aber sicher erodieren."

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins im Euroraum auf Null gesenkt, für Einlagen der Geschäftsbanken bei der Notenbank werden 0,4 Prozent Strafzinsen fällig. Die Kosten dafür geben viele Banken bereits an ihre Unternehmenskunden oder große Investoren wie Fonds weiter. Das Gros der Privatkunden bleibt indes bisher verschont, nur einzelne Institute - etwa die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee - verlangen von reichen Sparern Strafzinsen.

Über kurz oder lang könnten aber auch auf Durchschnitts-Sparer Strafzinsen zukommen. "Ich glaube, dass für den normalen Girokontenkunden, für den normalen Sparkunden negative Zinsen Konsequenzen haben werden, die wir alle nicht wollen", sagte Postbank-Chef Frank Strauß. Er halte Strafzinsen für Privatkunden für unwahrscheinlich, "aber man darf in dem aktuellen Umfeld niemals nie sagen". Der Chef des genossenschaftlichen Spitzeninstituts DZ Bank, Wolfgang Kirsch, warnte vor den Folgen von Strafzinsen für Privatkunden: "Dann kommen ja auch schnell Trotzreaktionen." Kunden könnten Geld abheben oder zur Konkurrenz wechseln.

In vielen Fällen müssen Privatkunden bereits höhere Gebühren zahlen etwa für Überweisungen oder Bankkarten. "Die Nachfrage nach Schließfächern hat sehr stark zugenommen", merkte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich, an. "Aus meiner Sicht ist auch das ein Warnsignal."

Ex-Bundesbank-Präsident Axel Weber sieht die Geldpolitik nach Jahren extrem niedriger Zinsen an der Grenze ihrer Wirksamkeit. "Notenbanken sind heute sehr stark zum Reparaturbetrieb der Politik und der Finanzmärkte verkommen", sagte Weber, der heute Präsident des Verwaltungsrates der Schweizer Großbank UBS ist. Die Geldschwemme erreiche ihr Ziel nicht. "Ich war immer skeptisch gegenüber negativen Zinsen, weil ich glaube, dass sie mehr Schaden als Nutzen bringen."

Die Kreditwirtschaft müsse dringend Antworten finden, mahnte Hufeld - auch über mehr Zusammenarbeit. "Fusionen können helfen, Kosten zu senken, ein Allheilmittel sind sie allerdings nicht", sagte der Bafin-Präsident. Aus zwei schwachen Instituten würde nicht automatisch ein starkes.

Am Vortag hatten Spekulationen über Planspiele für einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank für Aufsehen gesorgt. Der Frage, ob eine derartige Fusion den Segen der Finanzaufsicht bekäme, wich der Bafin-Chef aus: "Wir denken nicht über hypothetische Probleme nach."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 10.293,00 -1,08%
TecDAX 1.773,50 -0,67%
EUR/USD 1,1176 -0,41%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

INFINEON 15,70 +2,29%
DT. BANK 10,43 +1,80%
LINDE 148,55 +1,04%
VOLKSWAGEN VZ 113,52 -0,93%
MERCK 94,30 -0,91%
ALLIANZ 129,02 -0,86%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA IM Fixed Incom RF 210,26%
Bakersteel Global AF 144,74%
Crocodile Capital MF 129,14%
Stabilitas PACIFIC AF 129,02%
Structured Solutio AF 118,43%

mehr

  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr