Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Bau erster Erdgas-Kreuzfahrtschiffe beginnt
Nachrichten Wirtschaft Bau erster Erdgas-Kreuzfahrtschiffe beginnt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:15 21.02.2017
Die Kreuzfahrtreederei Aida setzt künftig bei neuen Schiffen auf Gasantrieb - und kehrt mit entsprechenden Aufträgen zur Meyer Werft zurück. Quelle: dpa
Anzeige
Papenburg

Zum ersten Mal setzt die Kreuzfahrtreederei Aida bei ihren neuen Schiffen ganz auf Gasantrieb. Am Dienstag begann bei der Meyer Werft in Papenburg der Bau eines von zwei Modellen, die komplett mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden.

LNG gilt als umweltfreundlicherer Antrieb als Diesel oder Schweröl. Für Aida sei der Produktionsbeginn ein bedeutender Tag, sagte der Präsident der Reederei, Felix Eichhorn. Bereits mit der „Aidaprima“ seien erste Erfahrungen mit dem LNG-Antrieb gesammelt worden, allerdings wird dieses Schiff nur bei Aufenthalten im Hafen mit Gas betrieben.

Erstes Schiff nimmt 2018 Betrieb auf

Die neuen Modelle des deutschen Kreuzfahrt-Marktführers mit je 2500 Kabinen sollen die Flotte auf dann 14 Schiffe verstärken. Das erste soll im Herbst 2018 fertiggestellt und im Dezember 2018 in Dienst genommen werden. Das zweite soll im Frühjahr 2021 fertig sein.

Für die Werft sei das neue Schiff ein technologischer Meilenstein, sagte Geschäftsführer Tim Meyer. „Ein Kreuzfahrtschiff, komplett mit LNG, das haben wir noch nicht gehabt.“ Die neue Technik werde sicher auch Anklang bei anderen Reedereien finden. Aida hatte bereits von 2007 bis 2013 sieben Kreuzfahrtschiffe auf der Meyer Werft bauen lassen, gab aber in der Zwischenzeit den Auftrag für zwei Kreuzfahrtschiffe an Mitsubishi Heavy Industries in Japan. Dort verzögerte sich aber die Ablieferung der „Aidaprima“ um ein Jahr.

Eichhorn sprach von einer „strategischen Partnerschaft“, die Aida für die Entwicklung des neuen Antriebs mit der Meyer Werft geschlossen habe. „Wir sind froh, dass wir diese strategische Partnerschaft auch in Zukunft fortsetzen können.“

Rückkehr zur Meyer Werft

Angesichts des harten Wettbewerbs sei die langfristige Partnerschaft mit Reedereien wichtig für die Werft, sagte Meyer. Es sei damit zu rechnen, dass künftig auch asiatische Werften in den Bau von Hightech-Schiffen einsteigen werden. „Da müssen wir uns warm anziehen und gut aufstellen“, sagte er. Derzeit beschäftigt die Meyer Werft in Papenburg rund 3300 eigene Mitarbeiter.

Im Besucherzentrum der Werft können Besucher den Bau der Ozeanriesen verfolgen. Eigens für Aida wurde eine neue Dauerausstellung eingerichtet. Das Zentrum kommt derzeit auf 250 000 Besucher pro Jahr.

Von RND/dpa

Anzeige