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Bayer-Chef Dekkers verabschiedet sich mit Rekord

Chemie Bayer-Chef Dekkers verabschiedet sich mit Rekord

Bei Bayer steigen die Umsätze mit neu auf den Markt gebrachten Medikamenten kräftig. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt", sagt der scheidende Konzernchef Dekkers. Doch das Pharmageschäft ist risikoreich.

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Verabschiedet sich mit einem Rekordjahr: Bayer-Chef Marijn Dekkers.

Quelle: Oliver Berg

Leverkusen. Der künftige Bayer-Chef Werner Baumann kann die Früchte der erfolgreichen Pharmaforschung der vergangenen Jahre ernten.

Die Umsätze des Traditionsunternehmens mit den fünf in den vergangenen Jahren neu auf den Markt gebrachten "Blockbuster"-Medikamenten - Xarelto, Eylea, Adempas, Stivarga und Xofigo - stiegen im vergangenen Jahr kräftig und erreichten 4,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 45 Prozent, wie der scheidende Konzernchef Marijn Dekkers bei seiner letzten Bilanzpräsentation berichtete. Sein Nachfolger Baumann tritt im Mai an. Im laufenden Jahr sollen die Umsätze der neuen Medikamenten die 5-Milliarden-Euro-Grenze überspringen.

Dekkers hat das Dax-Schwergewicht in seiner Amtszeit zum reinen Gesundheits- und Agrarchemiekonzern umgebaut. Schlusssteine waren dabei der Börsengang der Kunststofftochter Covestro Anfang Oktober und eine neue Organisationsstruktur zum Jahreswechsel. Der Konzern wurde dadurch zum zweitwertvollsten Dax-Konzern. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt", zog der scheidende Manager eine positive Bilanz seiner Amtszeit.

Die Pharmasparte ist im neuen Konzern der mit Abstand umsatz- und ertragsstärkste Bereich - vor dem Pflanzenschutz und dem Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln. Allerdings ist das Pharmageschäft auch mit hohen Risiken behaftet. So sieht sich der Konzern in den USA mit den Schadensersatzklagen von 4300 Anwendern des neuartigen Gerinnungshemmers Xarelto konfrontiert - wegen Gesundheitsschäden, die durch die Einnahme des Medikaments verursacht worden sein sollen. Mit weiteren Klagen sei zu rechnen, heißt es im Bayer-Risikobericht.

Auch wenn Bayer die Vorwürfe zurückweist, ist das damit verbundene Risiko nicht unerheblich. Wie teuer es werden kann, zeigt der Rechtsstreit um die Antibabypille Yasmin/Yaz. Hier hat Bayer inzwischen mit mehr als 17 000 betroffenen Frauen Vergleichszahlungen in Höhe von mehr als zwei Milliarden US-Dollar (1,8 Milliarden Euro) vereinbart. Doch über 2000 Fälle sind noch offen.

Baumann, der als Strategiechef die Neuausrichtung der vergangenen Jahre wesentlich mitgestaltete, machte deutlich, dass er an dem von Dekkers eingeschlagenen Kurs festhalten werde. Bayer sei "hervorragend" aufgestellt.

Dekkers verabschiedete sich mit einem Rekordjahr und einem optimistischen Ausblick für 2016. Der Bayer-Umsatz dürfte Dekkers zufolge inklusive der Kunststoff-Tochter Covestro 2016 auf über 47 Milliarden Euro klettern. Das entspreche einem um Währungseinflüsse und Zu- und Verkäufe bereinigten Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sonderposten soll noch etwas kräftiger, nämlich im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Dekkers legte damit die Latte für seinen Nachfolger aus Sicht von Analysten nicht besonders hoch.

Im vergangenen Jahr profitierte Bayer von gut laufenden Gesundheitsgeschäften und der Euro-Schwäche. Der Umsatz legte um gut 12 Prozent auf den Rekordwert von 46,3 Milliarden Euro zu. Bereinigt um Zu- und Verkäufe sowie um Wechselkursschwankungen lag das Plus bei 2,7 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sonderposten stieg um 18,2 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben 4,11 Milliarden Euro - ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor.

dpa

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