Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Bayer-Chef: Großteil des Stellenabbaus betrifft das Ausland
Nachrichten Wirtschaft Bayer-Chef: Großteil des Stellenabbaus betrifft das Ausland
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:40 02.12.2018
Das Logo von Bayer hängt vor dem Werk des Konzerns in Wuppertal. Quelle: Oliver Berg/dpa
Leverkusen

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer will bei seinem angekündigten Stellenabbau mehr Jobs im Ausland streichen als in Deutschland.

„Es wird einen bedeutenden Anteil an Arbeitsplätzen in Deutschland betreffen, aber nicht die Mehrzahl der 12.000 Stellen, wie schon gemutmaßt wurde“, sagte Bayer-Chef Werner Baumann der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „4000 der 12.000 betroffenen Stellen entspringen den bekannten Synergien aus der Übernahme von Monsanto.“

Bayer hatte vor wenigen Tagen angekündigt, dass nach der Übernahme des US-Unternehmens Monsanto bis Ende 2021 rund 12.000 der 118.200 Arbeitsplätze abgebaut werden. Durch den Verkauf von Unternehmensteilen soll die Mitarbeiterzahl von Bayer insgesamt sogar noch stärker schrumpfen: Weitere knapp 10.000 Mitarbeiter sollen den Konzernverbund verlassen und unter anderem Dach weiterarbeiten.

Der Stellenabbau in der Bundesrepublik soll sozialverträglich erfolgen. „Wir haben mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart, bis Ende 2025 grundsätzlich auf betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland zu verzichten“, sagte Baumann der Zeitung.

Bayer-Mitarbeiter planen Demonstration

Der Bayer-Chef wies in dem Interview Kritik am Kauf von Monsanto, der den Aktienkurs des Konzerns in den letzten Monaten hat abstürzen lassen, zurück. „Der Konzern steht strategisch hervorragend da - gerade wegen der Akquisition von Monsanto“, sagte der Manager. „Die Integration, mit der wir vor vier Monaten begonnen haben, entwickelt sich ausgezeichnet, das akquirierte Geschäft läuft sehr gut, sogar noch besser als erwartet.“

Derweil wollen die Beschäftigten des Konzerns in Wuppertal gegen den Stellenabbau protestieren. Der Betriebsrat des Standortes mit mehr als 3000 Mitarbeitern hat für den Montagmittag zu einem Demonstrationszug aufgerufen. Er befürchtet nach eigenen Angaben, dass der Konzern durch den Stellenabbau Know-how und wichtige, innovative Arbeitsplätze unwiederbringlich verliere.

„Es gibt viel Unverständnis, aber auch Wut im Bauch“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Michael Schmidt-Kieß am Sonntag. Die Demo sei kurz vor einer Ansprache des Vorstandsvorsitzenden geplant, die am Montagnachmittag an alle deutschen Standorte übertragen werden solle.

Von RND/dpa