Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Bayer-Chef: Monsanto-Übernahme wird "Marathon"
Nachrichten Wirtschaft Bayer-Chef: Monsanto-Übernahme wird "Marathon"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:00 01.06.2016
Bayer-Vorstandschef Werner Baumann: «Die geplante Übernahme von Monsanto wird kein Sprint, sondern sicherlich eher ein Marathon». Quelle: Oliver Berg/Archiv
Anzeige
Leverkusen

Der Bayer-Konzern braucht nach Ansicht von Vorstandschef Werner Baumann für den milliardenschweren Erwerb des US-Agrarchemieriesen Monsanto einen langen Atem. "Die geplante Übernahme wird kein Sprint, sondern sicherlich eher ein Marathon".

Das sagte der Vorstandschef der Online-Ausgabe der "Wirtschaftswoche". Dabei vermutet der Manager, dass sich insbesondere die Abstimmungen mit Kartellbehörden hinziehen könnten. Das Bundeskartellamt äußerte sich bislang nicht zu den Plänen.

Bayer hatte vor gut einer Woche überraschend die Übernahme des Saatgut- und Pflanzenschutzspezialisten aus den USA angekündigt. Für den Erwerb bieten die Leverkusener einen Preis von 62 Milliarden US-Dollar (55 Mrd. Euro). Nachdem das Monsanto-Management die Offerte als zu niedrig zurückgewiesen hatte, wird nun über einen Preisaufschlag spekuliert, der angeblich kurz bevorsteht.

Doch für Bayer wird Luft nach oben angesichts der zu bewegenden Finanzmassen dünner. Schließlich könnte der Erwerb Bayer am Ende das Drei- bis Viererfache der Schering-Übernahme vor zehn Jahren kosten. Mit 17 Milliarden Euro ist sie bis heute der teuerste Zukauf in der Firmengeschichte.

Unterdessen verteidigte Baumann in der "Wirtschaftswoche" die Kaufofferte für Monsanto als die "richtige strategische Entscheidung" für den Leverkusener Dax-Konzern. Die erste Zurückweisung der Offerte wertete er angesichts der Gesprächsbereitschaft des Unternehmens als "konstruktive Ablehnung".

Der Erwerb des Unternehmens gilt aber nicht nur finanziellen Gründen als ein Wagnis. Auch wegen des schlechten Rufes von Monsanto sind die Übernahmepläne von Bayer in die Kritik geraten. Dem US-Hersteller von genmanipuliertem Saatgut wird unter anderem ruppiges Verhalten im Umgang mit seinen Kunden vorgeworfen. Außerdem vertreibt Monsanto den Unkrautvernichter Glyphosat, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Die Zulassung des umstrittenen Herbizids soll laut EU-Kommission nun doch aller Voraussicht über Juni hinaus um 12 bis 18 Monate verlängert werden. Monsanto vermarktet Glyphosat unter dem Namen Roundup.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Plastiktüten sind weltweit ein gewaltiges Umweltproblem. Rund 300 Unternehmen in Deutschland haben sich inzwischen selbst verpflichtet, sie nicht umsonst abzugeben. Die Handelskette Rewe geht noch einen Schritt weiter.

01.06.2016

Ruht sich Deutschland auf seinen Wirtschaftszahlen aus? Die OECD jedenfalls vermisst energische Reformen. Auch als Antreiber beim Wachstum erwarten die Wirtschaftsexperten mehr von Berlin.

01.06.2016

Die deutsche Bauindustrie ist mit dem höchsten Auftragsbestand seit zwei Jahrzehnten in das Jahr gestartet. Getrieben von einer starken Nachfrage im Wohnungsbau stiegen die Bestellungen in Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten zwischen Januar und Ende März um 13,9 Prozent.

01.06.2016
Anzeige