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Chinas Zentralbank wertet Yuan kräftig ab

Währung Chinas Zentralbank wertet Yuan kräftig ab

Mit einem Rekordeingriff hat Chinas Zentralbank den Yuan (Renminbi) auf Talfahrt geschickt. Die Landeswährung wurde zum US-Dollar am Dienstag um knapp zwei Prozent gesenkt und rutschte damit im Vergleich mit der US-Währung auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren.

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Chinesische 100 Yuan-Scheine. Die chinesische Zentralbank senkte den Kurs des Yuan um 1,9 Prozent im Vergleich zum Dollar.

Quelle: How Hwee Young

Peking. Nach Ansicht von Experten soll der überraschende Schritt im Kampf gegen die Konjunkturflaute die schwachen Exporte ankurbeln. Im Juli waren die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,3 Prozent eingebrochen und damit deutlich stärker als erwartet.

Mit der Abwertung des Yuan "werden die Fragen nach dem Zustand der chinesischen Wirtschaft noch lauter", kommentierte Analyst Dirk Gojny von der National-Bank. Entwickelt sich der Außenhandel weiterhin schlecht, könnte nach Ansicht von Experten auch das von der Regierung für dieses Jahr festgelegte Wirtschaftswachstumsziel von sieben Prozent in Gefahr geraten.

Die Stimmung unter Chinas Industriebossen war zuletzt auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Die Abwertung des Yuan würde nun dazu beitragen, "Druck von der Exportindustrie zu nehmen", sagte Liu Yuanchun, Wirtschaftsprofessor an der Pekinger Renmin University, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Sorge um deutsche China-Exporte ließ auch den Dax abrutschen. Die Abwertung des Yuan schwäche die Wettbewerbsfähigkeit europäischer und amerikanischer Firmen auf dem wichtigen chinesischen Markt, schrieb Analyst Andreas Paciorek vom Broker CMC Markets.

Seit geraumer Zeit versucht die Führung in Peking mit zahlreichen Maßnahmen, darunter einer immer lockereren Geldpolitik, gegen die Konjunkturflaute anzukämpfen. Zuletzt hatte die Regierung auch nach einem Sturz am Aktienmarkt massiv eingegriffen.

Auslöser für den Kursrutsch war eine massive Intervention von Chinas Zentralbank, die den Mittelkurs des Yuan im Vergleich zum US-Dollar um 1,9 Prozent senkte - so stark wie nie, seit Peking 2005 die direkte Bindung seiner Währung an den US-Dollar aufgab. Während am Vortrag mit einem Yuan noch 0,1610 Dollar gekauft werden konnten, waren es Dienstagmittag nur noch 0,1581 Dollar. Für einen Dollar gab es demnach rund 6,33 Yuan.

Wenig begeistert dürften die USA auf die Abwertung reagieren. "Die USA werden China wahrscheinlich wie schon in der Vergangenheit für diesen Schritt kritisieren. Aber wir sollten uns darum nicht kümmern. Es ist auf jeden Fall die richtige Entscheidung", sagte He Xiaoyu, Professor an der Central University of Finance and Economics in Peking. Im frühen Handel verlor der US-Leitindex Dow Jones Industrial in New York wegen der Sorgen um China.

Neben den USA wird sich auch der Internationale Währungsfonds (IWF) den Währungsschritt der Chinesen genau ansehen. China wirbt beim IWF derzeit darum, dass der Yuan in einen Korb von internationalen Reservewährungen aufgenommen wird. Darin sind bisher der US-Dollar, der Euro, das britische Pfund und der japanische Yen enthalten. Erst im Mai hatte der IWF ein Ende der chinesischen Währungsmanipulationen ausgemacht und den Yuan als "fair" bewertet eingestuft.

Noch immer wird der Yuan längst nicht so frei wie andere Währungen gehandelt, weshalb der täglich neu festgelegte Mittelwert von großer Bedeutung ist. Ausgehend von diesem Fixpunkt lässt die Zentralbank Handelsschwankungen von zwei Prozent nach oben und unten zu.

Nach dem Schritt vom Dienstag sprach die Bank in einer Mitteilung von einer "einmaligen Anpassung", die notwendig gewesen sei, weil künftig der Markt "eine größere Rolle" bei der Ermittlung des Kurses spielen solle. Die Bank teilte außerdem mit, den Yuan auf einem "angemessenen" Niveau stabil zu halten.

Quasi im Gleichschritt mit dem starken US-Dollar hatte der Yuan in den vergangenen zwölf Monaten im Vergleich zu vielen internationalen Währungen kräftig an Wert gewonnen. Zum Euro legte der Yuan innerhalb eines Jahres um knapp 20 Prozent zu, was chinesische Waren in Europa, Chinas wichtigstem Handelspartner, deutlich verteuerte.

dpa

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