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Commerzbank gibt Hoffnung auf Milliardenüberschuss auf

Banken Commerzbank gibt Hoffnung auf Milliardenüberschuss auf

Der neue Commerzbank-Vorstand macht sich keine Illusionen mehr: Der Milliardengewinn aus dem Jahr 2015 ist im laufenden Jahr nicht zu wiederholen. Zinstief und schärfere Auflagen der Aufseher bremsen den Konzern. Nun dreht die Bank auch an der Gebührenschraube.

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Hauptsitz der Commerzbank in Frankfurt am Main.

Quelle: Daniel Reinhardt/Archiv

Frankfurt/Main. Die Commerzbank verabschiedet sich nach einem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr endgültig von ihrem Milliardenziel für 2016. "Das Niedrigzinsumfeld und die anhaltende Kundenzurückhaltung ... werden die Erträge trotz Wachstum weiter belasten", heißt es im Zwischenbericht des teilverstaatlichten Frankfurter Dax-Konzerns.

"Wir erwarten daher für das Gesamtjahr 2016, dass das operative Ergebnis und das Konzernergebnis unter dem Vorjahr liegen werden."

Die Aktie rutschte am Vormittag zeitweise um mehr als acht Prozent auf ein Rekordtief von nur noch gut 5,27 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 45 Prozent an Wert verloren. "Ich mache mir keine Sorgen um die Stabilität der Commerzbank", sagte Finanzvorstand Stephan Engels. Es sei unangemessen, eine neue Bankenkrise herbeizureden. Die Institute stünden viel besser da als vor einigen Jahren, das habe auch der europäische Stresstest am Freitag gezeigt.

Zuletzt hatte die Commerzbank noch gehofft, die gut eine Milliarde Euro Überschuss aus dem Vorjahr wiederholen zu können, dies aber schon als "ambitioniert" bezeichnet. Ursprünglich hatte der Vorstand - noch unter dem damaligen Chef Martin Blessing - sogar Zuwächse in Aussicht gestellt. Um zumindest einigermaßen auf Kurs zu bleiben, dreht die Bank auch an der Gebührenschraube bei Privat- und Firmenkunden.

In den ersten sechs Monaten 2016 brach der Überschuss um mehr als 40 Prozent auf 372 Millionen Euro ein, wie die Bank bereits vor einer Woche mitgeteilt hatte. Der operative Gewinn sackte in der gleichen Größenordnung auf 615 Millionen Euro ab. Das Zinstief machte der Commerzbank ebenso zu schaffen wie die Unruhe an den Kapitalmärkten. In der zweiten Jahreshälfte will der neue Vorstandschef Martin Zielke seine Strategie vorlegen, mit der er das Ruder herumreißen möchte.

Das Niedrigzinsniveau macht vor allem dem Mittelstandsgeschäft zu schaffen, das lange der mit Abstand größte Gewinnbringer des Konzerns war. Noch stärker geriet das Investmentbanking unter die Räder. Dagegen verdiente die Bank im Privatkundengeschäft mit 371 Millionen Euro 13 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres - auch dank rund 58 Millionen Euro Sondergewinn aus dem Verkauf der Anteile am europäischen Arm des Kreditkartenanbieters Visa.

Das Privatkundengeschäft hat sich in den vergangenen knapp vier Jahren vom Sorgenkind zum Ertragsbringer entwickelt. Etwa 940 000 zusätzliche Kunden hat die Bank seit 2013 gewonnen. "Wir sind sehr sicher, dass wir bis zum Jahresende unser Ziel von einer Million zusätzlicher Kunden im Privatkundengeschäft erreichen werden", sagte der seit Mai amtierende Privatkundenchef Michael Mandel den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX.

Am kostenlosen Girokonto sowie einem umfangreichen Filialnetz mit aktuell bundesweit 1050 Standorten will die Bank festhalten und Strafzinsen für Privatkunden vermeiden: "Aktuell planen wir nicht, bei Privatkunden einen Preis auf deren Einlagen zu schreiben und Negativzinsen zu erheben", sagte Mandel.

An anderer Stelle ziehen die Gebühren an, etwa bei Kreditkarten, Wertpapierdepots und für Überweisungen, die am Schalter abgegeben werden. Auch Geschäftskunden müssen sich auf höhere Preise einstellen. Als Marktführer im Mittelstandsgeschäft sieht sich das Institut dabei nach Angaben von Finanzchef Engels als Vorreiter für die Branche.

Nachbessern muss die Commerzbank bei ihren Kapitalpuffern. Im jüngsten Stresstest der europäischen Bankenaufseher sackte die harte Kernkapitalquote im Krisenszenario auf 7,4 Prozent ab. Das war der achtschwächste Wert aller 51 überprüften Großbanken. Ende Juni wies die Bank 11,5 Prozent aus. Den Rückgang um 0,5 Punkte seit Ende März erklärte das Institut unter anderem mit verschärften Vorgaben bei der Berechnung von Risiken im Tagesgeschäft. Bis 2019 muss die Bank 11,75 Prozent erreichen. Eigenkapital gilt als Puffer für Krisenzeiten.

Für die geplante Dividende legte der Vorstand im ersten Halbjahr 10 Cent pro Anteilsschein zurück. Damit steuert die Bank wie im Vorjahr auf 20 Cent Ausschüttung je Aktie zu. Es wäre nach langer Durststrecke für die Anteilseigner die zweite Dividende in Folge.

dpa

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