Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft „Cum-Ex“-Geschäfte kosten Steuerzahler 55 Milliarden Euro
Nachrichten Wirtschaft „Cum-Ex“-Geschäfte kosten Steuerzahler 55 Milliarden Euro
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:16 18.10.2018
Durch die „Cum-Ex“-Steuergeschäfte sollen mindestens 55,2 Milliarden Euro am Fiskus mehrerer europäischer Länder vorbeigeführt worden sein. Quelle: Arne Dedert/dpa
Berlin

Der Schaden für europäische Steuerzahler, der durch die sogenannten „Cum-Ex“-Geschäfte verursacht wurde, ist laut Medienberichten deutlich höher als bisher angekommen. Die Rede ist von „steuergetriebenen Aktiengeschäften“, die mindestens 55,2 Milliarden Euro am Fiskus mehrerer europäischer Länder vorbeiführten. Der „Cum-Ex“-Steuerskandal war bereits bekannt – neu ist allerdings das Ausmaß der Steuerhinterziehung. Den Recherchen zufolge reicht der Schaden weit über Deutschland hinaus.

19 Medien aus zwölf Ländern haben sich unter Leitung des Recherchezentrums „Correctiv“ zusammengeschlossen, um die organisierten Steuerdeals zu untersuchen. Außer Deutschland seien mindestens zehn weitere europäische Länder betroffen, wie „tagesschau.de“ schreibt. Konkret seien Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande, Dänemark, Belgien, Österreich, Finnland, Norwegen und die Schweiz geschädigt worden.

Bundesregierung soll früh vom Schlupfloch gewusst haben

Bei diesen Deals werden oft milliardenschwere Aktienpakete hin- und hergeschoben, um sich Steuern zu Unrecht erstatten zu lassen. Um einen Dividendenstichtag herum werden Aktien mit und ohne Dividendenanspruch gekauft und verkauft. Durch diese Vorgänge wird zudem erreicht, sich eine einmal gezahlte Steuer von den Finanzbehörden mehrmals erstatten zu lassen. Das Steuerschlupfloch soll mittlerweile geschlossen worden sein.

Der Schaden beläuft sich auf mindestens 55,2 Milliarden Euro, wie die Recherchen ergeben. Besonders brisant: Die Bundesregierung soll ihre europäischen Partner jahrelang nicht gewarnt haben – obwohl sie über die organisierten Steuergeschäfte Bescheid wusste.

Für die „Cum-Ex“-Enthüllungen sollen mehr als 180.000 Seiten vertraulicher Akten ausgewertet worden sein, ebenso Unterlagen parlamentarischer Untersuchungsausschüsse, interne Gutachten von Banken und Kanzleien, Kundenkarteien, Handelsbücher und E-Mails ausgewertet. Aus Deutschland waren das ARD-Magazin „Panorama“, die „Zeit“, „Zeit Online“ sowie „NDR Info“ an den Recherchen beteiligt.

Von RND/jw

Wirtschaft Studie des Weltwirtschaftsforums - Wie innovativ ist Deutschland?

Die Bundesrepublik ist einer neuen Studie des Weltwirtschaftsforums so „innovationsfähig“ wie kein anderes Land auf der Welt – trotz aller Warnungen vor Fachkräftemangel, mangelndem Breitbandausbau und Diesel-Skandalen. Wie passt das zusammen?

18.10.2018

Im E-Commerce ist der Wettbewerb hart, doch normalerweise bewegt sich der Konkurrenzkampf im Bereich der Legalität. Nun erhebt Ebay heftige Vorwürfe und verklagt Amazon. Der Online-Handelsriese wollte dem Konkurrenten angeblich mit verbotenen Mitteln Verkäufer abjagen.

18.10.2018

VW will im Zuge der Dieselkrise Fahrverbote verhindern. Und plant die Verschrottung alter Diesel gegen Umtauschprämien – bundesweit. Für große Modelle kann diese Prämie im fünfstelligen Bereich liegen. In den 14 Städten mit der besonders belasteter Luft sollen sogar noch mehr Prämien drin sein.

18.10.2018