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Daimler dämpft nach Rekordjahr Optimismus

Auto Daimler dämpft nach Rekordjahr Optimismus

Die Unsicherheit nimmt zu im Autogeschäft: China galt als sichere Bank, bis das Wachstum sich 2015 abschwächte. Und nach wie vor ist unklar, welche Auswirkungen der VW-Skandal auf Dieselverkäufe und Regulierung haben wird. Das sieht man auch bei Daimler.

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Mercedes verkaufte im vergangenen Jahr 1,99 Millionen Autos der Marken Mercedes-Benz und Smart - 14,4 Prozent mehr als im Jahr davor.

Quelle: Ole Spata

Stuttgart (dpa) – Der schwächelnde chinesische Automarkt und die Aussicht auf ein eher maues US-Geschäft lassen Daimler vorsichtiger werden.

Der Autokonzern rechnet nach dem Rekordjahr 2015 mit einem etwas schwächeren Wachstum. "Alles deutet darauf hin, dass 2016 ein weiteres gutes Jahr für Daimler wird", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Dazu soll auch der Verkaufsstart der neuen E-Klasse im April beitragen. Die Aktie fiel nach dem verhaltenen Ausblick allerdings um mehr als vier Prozent.

Eine weitere Unsicherheit kommt hinzu: Nach wie vor ist unklar, wie die Diskussion um Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen nach Bekanntwerden des VW-Skandals sich auch auf Daimler auswirken wird. "Wir haben bisher keine Effekte sehen können und sehen auch keine für die Zukunft", sagte Zetsche. Nach langem Streit hatte das EU-Parlament sich am Mittwoch auf realistischere Abgastests für Dieselfahrzeuge ab 2017 geeinigt, mit denen auch die Autobauer leben können.

Die Autokonzerne stehen unter Beobachtung: Nachdem bereits das Kraftfahrt-Bundesamt Nachmessungen angestellt hatte, musste Daimler vergangene Woche auch französischen Behörden wegen hoher Abgaswerte bei Tests im Realbetrieb Rede und Antwort stehen. Umweltorganisationen wie die Deutsche Umwelthilfe sparen nicht an Kritik über angeblich falsch ausgewiesene Abgaswerte. Daimler betont aber, sich an die geltenden Gesetze zu halten.

Im vergangenen Jahr waren die Stuttgarter trotz Dieselskandals bei VW und der Schwäche des chinesischen Marktes ihrem Ziel, die beiden Rivalen Audi und BMW bei Absatz, Umsatz und Ergebnis zu überrunden, näher gekommen. Der Rekordabsatz von knapp zwei Millionen verkauften Autos und ein leichtes Plus im Lkw-Geschäft verhalfen Daimler zu einem Umsatzplus von 15 Prozent auf 149,5 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente der Autokonzern auch dank anhaltender Sparbemühungen 8,6 Milliarden Euro - fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. In diesem Jahr rechnet Daimler nur noch mit einem leichten Plus bei Umsatz und operativem Gewinn. Ein Grund: Daimler wird für Werbung für die neue E-Klasse viel Geld in die Hand nehmen müssen.

Das boomende Pkw-Geschäft, mit dem Daimler mehr als die Hälfte seiner Umsätze macht, hatte zu dem Wachstum beigetragen. Mit einer operativen Rendite von zehn Prozent im laufenden Geschäft übertraf die Pkw-Sparte Daimlers langfristiges Ziel von neun Prozent. Dieser Wert gibt an, welchen Anteil Daimler von seinem Umsatz als operativen Gewinn übrig behält. "Wir streben an, das erreichte Niveau zu halten", sagte Zetsche. Auch für dieses Jahr erwartet der Autobauer weltweit ein deutliches Absatzplus - obwohl der wichtige US-Markt wenig wachsen dürfte.

China ist inzwischen Daimlers größter Automarkt - dort stemmte sich der Autobauer mit Erfolg gegen die Schwäche. Das dürfte sich nach den Worten von Zetsche trotz eines moderateren Plus im kommenden Jahr fortsetzen. "Wir trauen uns dort weitere Marktanteilsgewinne zu."

Im Lkw-Geschäft gestaltet sich das allerdings deutlich schwieriger - dort rechnet Daimler nur mit einem Absatz und operativem Gewinn auf dem Niveau des Vorjahres. In Brasilien gebe es keine Aussicht auf Besserung - im Gegenteil: Daimler rechnet dort sogar mit einem weiteren Rückgang. Auch in Nordamerika, wo das Lkw-Geschäft im vergangenen Jahr zweistellig zugelegt hatte, erwartet Daimler nun schrumpfende Verkäufe.

Die Daimler-Mitarbeiter können sich nach dem Erfolgsjahr 2015 aber zunächst einmal auf mehr Geld freuen. Die Ergebnisbeteiligung fällt mit 5650 Euro deutlich höher aus als im vergangenen Jahr. Allerdings erhalten die Ergebnisbeteiligung nur gut 125 000 nach Tarifvertrag Beschäftigte in Deutschland. Weltweit arbeiten für den Autobauer 284 000 Menschen - etwa 170 000 in Deutschland.

dpa

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