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Daimler trotzt Dieselkrise - Rekordabsatz

Auto Daimler trotzt Dieselkrise - Rekordabsatz

Die Dieselkrise hinterlässt bislang kaum Spuren in der Daimler-Bilanz. Trotz des Skandals bleibt der Dieselanteil an den Verkäufen stabil. Daimler hat allerdings auch andere Sorgen.

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Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender des Automobilkonzerns Daimler.

Quelle: Sebastian Kahnert/Archiv

Stuttgart. Daimler bleibt trotz des Dieselskandals der Autobranche in der Spur. "Der Anteil an Neufahrzeugen in Europa mit Diesel ist seit September unverändert", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

Der Kontinent ist der wichtigste Markt für Dieselautos, auch weil der Treibstoff in vielen europäischen Ländern niedriger besteuert wird als Benzin.

Der Autobauer hatte im ersten Halbjahr bereits mehr als eine Million Autos der Marken Mercedes-Benz und Smart verkauft. Der Rekordabsatz stützte den Umsatz im zweiten Quartal und glich einen Rückgang im Lkw-Geschäft aus. Analysten sprachen von "starken Zahlen". Die Daimler Aktie gehörte am Mittag mit einem Plus von knapp einem Prozent zu den Gewinnern im Dax.

Die Erlöse des Konzerns kletterten im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 38,6 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente Daimler 2,45 Milliarden Euro nach 2,37 Milliarden Euro im Vorjahr. In der vergangenen Woche hatte Daimler bereits Eckzahlen vorgelegt.

Die Autosparte hatte der Konzern im ersten Halbjahr dank starker Verkäufe in China und dem Start der neuen E-Klasse Rekordwerte beim Absatz verbucht und sogar Erzrivalen BMW überholt. Der "Wirtschaftswoche" sagte Zetsche: "Wir glauben, dass wir BMW und Audi schon vor 2020 überholen können." Zetsche hatte sich ursprünglich zum Ziel gesetzt, bis 2020 weltweit mehr Premiumfahrzeuge zu verkaufen als die Wettbewerber aus Ingolstadt und München.

Trotzdem ließ die Gewinnkraft des Konzerns im Autogeschäft im Jahresvergleich nach. Die operative Marge, also der Anteil des operativen Gewinns (Ebit) am Umsatz, lag unter anderem wegen der Takata-Rückstellungen bei 6,4 Prozent nach 10,5 Prozent ein Jahr zuvor. Zuletzt hatten unter anderem Anlaufkosten für die neue E-Klasse den Wert gedrückt. Das erklärte Ziel von Daimler ist hier ein Wert von zehn Prozent.

Rückstellungen für den Rückruf von Autos mit Takata-Airbag und für "Aufwendungen im Zusammenhang mit rechtlichen Verfahren" belasteten den Gewinn. Bei den 400 Millionen Euro gehe es um kartellrechtliche Verfahren, sagte Finanzchef Bodo Uebber. Am Dienstag war dem Autobauer von der EU-Kommission eine Strafe von gut einer Milliarde Euro für ein Lkw-Kartell mit anderen Herstellern aufgebrummt worden.

Das Lkw-Geschäft leidet unter der Schwäche in wichtigen Märkten wie den USA, Brasilien und Indonesien. Der Absatz ging im zweiten Quartal von rund 125 000 im Vorjahr auf 108 000 Lastwagen zurück. Der Umsatz in der bedeutenden Sparte sank entsprechend um 13 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. Daimler hatte schon im Mai seine Gewinnprognose für das Lkw-Geschäft gesenkt. "In Brasilien hatten wir eigentlich gehofft, dass wir zu diesem Zeitpunkt des Jahres eine leichte Stabilisierung oder leichte Erholung sehen", sagte Lkw-Vorstand Wolfgang Bernhard. Inzwischen gehe man davon aus, dass in dem südamerikanischen Land im Lkw-Geschäft keine weitere Erholung stattfinde.

Obwohl der intensive Wettbewerb in Europa auf dem Gewinn lastete, konnte Daimler seine Gewinnmarge stabil halten. Nutzfahrzeugvorstand Wolfgang Bernhard hatte schon vor einigen Wochen von einem harten Preiswettbewerb in Europa gesprochen, an dem sich Daimler nicht beteiligen wolle. Konkurrent Volkswagen, der seine Lastwagen der Marken MAN und Scania vorwiegend in Europa verkauft und damit weniger den Schwankungen in Nordamerika und Asien ausgesetzt ist, verbuchte dagegen im ersten Halbjahr ein leichtes Absatzplus von vier Prozent.

Wie es in der Türkei weitergeht, wo Daimler nicht nur Lastwagen, sondern auch Busse baut, sei noch schwer vorherzusehen, sagte Bernhard. Nach dem gescheiterten Militärputsch hat die Türkei den Ausnahmezustand verhängt und mit Blick auf die innere Sicherheit harte Maßnahmen angekündigt. "Es ist viel zu früh zu sagen, ob diese Vorgänge Auswirkungen haben auf die wirtschaftliche Entwicklung in der Türkei", sagte Bernhard. Mittel- und langfristig sei die Türkei ein Markt, der für 20 000 Einheiten gut sei.

dpa

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