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06:54 05.04.2017
1,3 Milliarden Euro will der französische Autokonzern PSA für Opel und Vauxhall ausgeben. Quelle: dpa
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Berlin

Vor einem Monat wurde das Ende einer 88-jährigen Ära vorerst besiegelt: Der US-Autobauer General Motors verkauft seine europäische Tochter Opel an den französischen Peugeot-Konzern. Noch aber müssen einige Fragen geklärt werden, etwa wie es an den deutschen Opel-Standorten in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern langfristig weitergeht. Das bewegt nicht nur 19.000 Opelaner, sondern im Wahljahr auch die Politik. Am Mittwoch wird Peugeot-Chef Carlos Tavares zu einem Treffen in Berlin mit Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD), Ministerpräsidenten und Gewerkschaftern erwartet.

Was soll das Spitzentreffen bringen?

Die Bundesregierung und die Länder mit Opel-Standorten wollen die Chance nutzen, um von Tavares persönlich zu hören, was er mittel- und langfristig mit Opel vorhat. Bisher war der Konzernchef aus Paris noch nicht in Berlin, es gab ein Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Politik und Gewerkschaften hoffen, Tavares weitergehende Zusagen etwa für einzelne Standorte zu entlocken. Das dürfte schwierig werden. Der PSA-Chef muss auf die Kosten achten. Er will durch die Fusion jährlich 1,7 Milliarden Euro einsparen und Opel nach vielen Verlustjahren zügig in die schwarzen Zahlen bringen. Jedes Entgegenkommen bei den Deutschen könnte Tavares zuhause in Frankreich in Erklärungsnot bringen.

Wie sieht der Zeitplan für die Opel-Übernahme aus?

GM und PSA hatten sich Anfang März auf den Opel-Verkauf geeinigt, der bis zum Jahresende juristisch abgeschlossen sein soll. Die Franzosen sollen für das GM-Europa-Geschäft samt der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro zahlen. Opel/Vauxhall beschäftigt rund 38.000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland. Durch den Kauf will PSA hinter Volkswagen zur Nummer zwei in Europa aufsteigen.

Kann der Deal noch platzen?

Ja. Derzeit deutet darauf aber nichts hin. Peugeot geht die Übernahme offensiv an, will die deutsche Marke pflegen. In der Vergangenheit war die Opel-Mutter GM in Detroit der unberechenbare Faktor. So platzte 2009 auf den letzten Metern der Opel-Verkauf an den Zulieferer Magna, weil die US-Manager von GM kalte Füße bekamen.

Wie sicher sind die Jobs bei Opel?

Betriebsbedingte Kündigungen sind nach den geltenden Tarifverträgen bis Ende 2018 ausgeschlossen, Investitionszusagen gelten bis 2020. Peugeot will sich an die GM-Pläne halten. Aber was kommt danach? Wo und wie viel will PSA an den deutschen Standorten investieren? Unklar ist, was die Franzosen langfristig mit den 7700 Ingenieuren und Technikern im Entwicklungszentrum am Opel-Stammsitz Rüsselsheim vorhaben. Großes Potenzial hat die Umstellung von Verbrennungs- auf Elektromotoren. Die Technik für Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge könnte im PSA-Opel-Verbund aber vor allem aus Frankreich kommen - bei Peugeot und Citroen forschen bereits 13.000 Ingenieure zu den Antrieben der Zukunft. Kürzlich sagte Tavares: „In zehn Jahren wird man keinen Unterschied mehr machen, was vom Opel- oder vom früheren PSA-Entwicklungsteam entwickelt wurde.“ Dieser Satz kann vieles bedeuten.

Von RND/dpa

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