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Nachrichten Wirtschaft Das sollten Sie über Sekt und Champagner wissen
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16:08 30.12.2016
Zu Silvester macht es wieder millionenfach „plopp“ in Deutschland. Ob das neue Jahr mit Sekt oder Champagner begrüßt wird, ist nicht nur eine Frage des Preises, sondern auch des Geschmacks. Quelle: dpa
Leipzig

Der Champagner gilt als König der Weine – doch nur ganz bestimmte Schaumweine dürfen sich so nennen. Worauf Sie achten sollten und ob sich teurer Schaumwein überhaupt lohnt, lesen Sie hier.

Sekt und Champagner?

Bei allen Qualitätsschaumweinen handelt es sich um zwei Mal vergorenen Wein mit einem Mindestdruck von 3,5 bar. Das Prickeln entsteht durch die Kohlensäure aus der Gärung.

Aber nur ganz bestimmte Schaumweine dürfen sich Champagner nennen. „Champagner stammt ausschließlich aus dem nordostfranzösischen Anbaugebiet Champagne und hat aufgrund des begrenzten Anbaugebietes einen hohen Preis“, sagt Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern. Es dürfen nur ganz bestimmte Rebsorten wie Chardonnay, Pinot Meunier und Pinot Noir verwendet werden. Außerdem reift ein Champagner mindestens 15 Monate in der Flasche.

Hierin liegt auch ein Unterschied zum Sekt. Dieser kann auch in großen Reifetanks gären und muss keine besondere Herkunft haben – für Sekt ist kein bestimmtes Anbaugebiet vorgeschrieben. Beim sogenannten Rebsortensekt müssen jedoch 85 Prozent der verwendeten Weine aus Trauben der angegebenen Rebsorte wie etwa Riesling stammen. Ist ein bestimmtes Anbaugebiet (b.A.) auf dem Etikett angegeben, müssen alle Trauben von dort kommen. Rebsortensekt ist ähnlich teuer wie Champagner.

Übrigens: In Frankreich wird Sekt „Crémant“, in Spanien „Cava“ und in Italien „Spumante“ genannt.

Trocken oder halbtrocken?

Sekt oder Champagner mit der Bezeichnung „trocken“ beziehungsweise „sec“ enthält bis zu 35 Gramm Restzucker pro Liter – das sind umgerechnet zwölf Stück Würfelzucker. Getränke „extra trocken“ enthalten bis zu 20 Gramm Zucker.

Sekt oder Champagner mit der Bezeichnung „brut“ darf hingegen nur maximal 15 Gramm Zucker pro Liter enthalten. Zum Vergleich: Trockener Wein hat maximal neun Gramm Restzucker. Wer lieber halbtrockene Schaumweine schlürft, muss mit bis zu 16,5 Stück Würfelzucker (50 Gramm Zucker) pro Liter rechnen.

Gärung in der Flasche oder im Tank?

Entscheidend für Süße und Aroma ist neben den verwendeten Grundweinen das Herstellungsverfahren. Es gibt die traditionelle Flaschengärung und die Gärung im Tank. Preiswerte Sekte reifen meist im Tank und werden dann umgefüllt - was aber dem Geschmack nicht unbedingt schadet, wie frühere Untersuchungen der Stiftung Warentest und von „Öko-Test“ zeigen.

Bei der Flaschengärung erfolgen dagegen alle Schritte wie Gärung, Rütteln und Enthefen in derselben Flasche – sie gilt daher als besonders hochwertig.

Billig oder teuer?

Im Großtank hergestellter, preiswerter Sekt schnitt in früheren Tests von Stiftung Warentest oder „Öko-Test“ überwiegend gut ab. Gute Sekte aus traditioneller Flaschengärung sind natürlich deutlich teurer.

Wer indes zu Silvester lieber die Champagnerkorken knallen lassen will, muss auch dafür nicht unbedingt tief in die Tasche greifen. Bei Discountern gibt es Champagner bereits für um die 13 Euro.

Die richtige Temperatur für Champagner

Wer zu Silvester mit einem Glas Champagner anstoßen möchte, sollte auf die richtige Trinktemperatur achten: zwischen sechs und neun Grad sind ideal. Bei der Glaswahl sind sich die Experten jedoch uneins: „In schmalen, hohen Gläsern verflüchtigt sich die Kohlensäure nicht so rasch, es perlt also länger“, sagt Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern. „Manche schwören aber auf breite Sektschalen, um das Aroma besser zu riechen.“

Sekt und Champagner sind teurer geworden

Die Preise von Sekt, Prosecco und Champagner haben in den vergangenen Jahren zugelegt. Seit 2011 verteuerten sich die prickelnden Schaumweine um 3,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. In dem Zeitraum habe sich der Verbraucherpreisindex allerdings um 5,2 Prozent erhöht. Er misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte kaufen.

Die Statistiker rieten jedoch, es trotz der moderaten Preissteigerung bei Sekt und Co. nicht mit dem Alkoholgenuss an Silvester zu übertreiben. Der Rollmops für das Katerfrühstück an Neujahr sei nämlich inzwischen um 12,5 Prozent teurer als noch vor fünf Jahren.

Von afp/dpa/RND

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