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19:29 23.11.2016
Rabatte, Rabatte, Rabatte: Nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland versprechen Einzelhändler und Online-Shops am „Black Friday“ große Schnäppchen. Quelle: dpa
Hannover

Der Laptop um die Hälfte billiger, die Waschmaschine kostet 30 Prozent weniger – am Freitag ist wieder „Black Friday“. Viele Online-Shops und Einzelhändler werben schon im Vorfeld mit teils massiven Rabatten. Sie versprechen Nachlässe bis zu 90 Prozent.

US-Amerikaner besorgen erste Weihnachtsgeschenke

In Deutschland ist der Rabatt-Tag noch ein relativ neues Phänomen. Doch in den USA ist er Shopping-Kult. Kein Wunder, wurde er doch dort erfunden. Das kam so: Am vierten Donnerstag im November feiern die US-Amerikaner Thanksgiving, ihr Erntedankfest. Am Tag darauf haben viele frei – und besorgen die ersten Weihnachtsgeschenke.

Woher der Name stammt, ist unklar – möglicherweise von den Menschen, die sich wie eine schwarze Masse vor den Geschäften drängen. Auch, dass die Händler an dem Tag schwarze Zahlen schreiben, gilt als mögliche Erklärung.

Erstmals Milliarden-Umsatz in Deutschland erwartet

Die Umsätze sind nicht nur in den USA immens. Auch in Deutschland kaufen immer mehr Menschen am „Black Friday“ und den meist bis Montag laufenden Aktionstagen ein. Erstmals soll in diesem Jahr die Milliarden-Marke geknackt werden: Eine Studie des Online-Portals RetailMeNot geht von Online-Einnahmen von 1,1 Milliarden Euro aus. Im Vorjahr waren es noch 924 Millionen gewesen – ein Plus von 18,3 Prozent.

Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich hinter den USA (7,6 Milliarden Euro) und Großbritannien (3,2 Milliarden Euro) auf Platz drei der Umsätze.

Apple ist wieder mit dabei

Laut Handelsverband Deutschland (HDE) hat sich im vergangenen Jahr jeder vierte Onlineshop an der Verkaufsaktion beteiligt. „Besonders die großen Anbieter haben ein Angebot zum Black Friday“, sagt Stefan Hertel vom HDE.

Mit dabei sind zum Beispiel der Schuh- und Modehändler Zalando sowie die Onlineshops von H&M, Media Markt und Rossmann. Auch Apple beteiligt sich nach zwei Jahren Pause wieder an der Verkaufsaktion. Mit einer Apple Watch, auf dem ein Kalender den 25. November anzeigt, wirbt das Unternehmen für sein „eintägiges Shopping-Event.“

Versandhändler Amazon hat bereits am 21. November die „Cyber-Monday-Woche“ ausgerufen. Bis Montag, 28. November, verkauft das Unternehmen jeden Tag Produkte mit Rabatten von 30 bis 50 Prozent. Auch die Elektromärkte Saturn und Notebooksbilliger.de haben ihre Angebote ausgeweitet – und reduzieren über mehrere Tage die Preise in den Onlineshops.

Der stationäre Handel springt ebenfalls auf den Trend auf, berichtet Hertel. Bei Galeria Kaufhof gibt es zum Beispiel während der „Black Friday Woche“ noch bis Montag täglich neue Angebote, und die Parfümeriekette Douglas hat den Freitag zum „Beauty Friday“ erklärt.

Verbraucherzentrale warnt vor Schnäppchenfalle

Die Händler werben mit starken Rabatten. So soll es bei Douglas und Zalando 20 Prozent auf fast alle Produkte geben, Saturn und Media Markt wollen manche Elektrogeräte sogar bis zu 50 Prozent reduzieren. Allerdings sollte man sich nicht allein auf die Prozente verlassen, rät Georg Tryba von der Verbraucherzentrale.

„Viele Rabatte basieren auf unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) des Herstellers“, erklärt der Verbraucherschützer. Der reale Verkaufspreis im Handel liege aber meist ohnehin unter dieser Herstellerempfehlung – die beworbenen Rabatte sind also in Wahrheit niedriger.

Laut dem Vergleichsportal Check 24 können Verbraucher bei Elektronikartikeln aber durchaus sparen. Die stärkste Preissenkung gab es laut dem Portal 2015 bei Smartphones (minus 7,1 Prozent) und Fitnesstrackern (minus 4,4 Prozent). So kostete das iPhone 5S am 1. Oktober 2015 beim günstigsten Anbieter 499 Euro, am Cyber Monday waren es nur noch 399 Euro ( minus 20 Prozent).

Wer ein Schnäppchen machen will, sollte deshalb ein paar Dinge beachten. Diese drei Tipps gibt die Verbraucherzentrale:

  • Preisvergleich: Käufer sollten im Internet nachschauen, ob es sich wirklich um einen günstigen Preis handelt. Dabei helfen Preissuchmaschinen.
  • Psycho-Tricks: Angeblich geringe Bestände oder ablaufende Uhren sollen zum Kauf verleiten. Davon sollten sich Käufer nicht unter Druck setzen lassen.
  • Widerrufsrecht: Wer etwas kauft, kann das Produkt innerhalb von 14 Tagen zurückschicken. Dabei ist wichtig, Einkäufe nicht kommentarlos zurückzusenden, sondern den Widerruf schriftlich zu erklären. Achtung: Es können Versandkosten anfallen.

Von RND/dpa/cf

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