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Deutsche Bank kappt Manager-Boni

Banken Deutsche Bank kappt Manager-Boni

Die Deutsche Bank tritt nach dem Rekordverlust 2015 bei den Boni auf die Bremse. Das Top-Management bekommt die tiefroten Zahlen im eigenen Geldbeutel zu spüren. Gegenteiliges Bild bei der Commerzbank: Der scheidende Chef profitiert auch persönlich von einem Erfolgsjahr.

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Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hatte bereits im Januar beschlossen, den Vorständen den Bonus für 2015 zu streichen. Foto: Arne Dedert

Frankfurt/München. Steigende Millionengehälter in den Führungsetagen der Dax-Konzerne sind kein Selbstläufer mehr - das zeigen die am Freitag veröffentlichten Geschäftsberichte von Deutscher Bank, Commerzbank und Allianz für das Jahr 2015.

Während bei der Deutschen Bank der Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro auch auf die Einkommen des Vorstands und die Boni für die Investmentbanker durchschlug, profitiert der scheidende Commerzbank-Chef Martin Blessing vom Geschäftserfolg seines Hauses im vergangenen Jahr.

Bei der Deutschen Bank sackte die Gesamtvergütung des Top-Managements zum Vorjahr um 36 Prozent auf 22,7 Millionen Euro ab. Co-Chef John Cryan, der Anshu Jain zur Jahresmitte abgelöst hatte, erhielt für seine ersten sechs Monate an der Bank-Spitze 1,9 Millionen Euro. Auch Jain erhielt 1,9 Millionen Euro. Co-Chef Jürgen Fitschen verdiente 3,8 Millionen Euro nach 6,7 Millionen Euro im Vorjahr. Den Bonus für den Vorstand hatte der Aufsichtsrat schon im Januar gestrichen.

Die Boni für die Mitarbeiter kürzte die Deutsche Bank um 17 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Das trifft vor allem Investmentbanker. Allerdings waren deren Festgehälter zuletzt wegen der neuen gesetzlichen Begrenzung von Bonuszahlen erhöht worden. Die Gesamtvergütung der Investmentbanker stieg um 6 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Euro. Sie bleiben damit die Top-Verdiener im Konzern.

Die Gesamtvergütung für alle Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses erhöhte sich von 10 Milliarden auf 10,5 Milliarden Euro. Darin spiegelt sich auch der Anstieg der Beschäftigtenzahl um etwa 3000 auf gut 101 000 wider. Die Deutsche Bank übernimmt im Zuge ihres Umbaus unter anderem externe Dienstleistungen wieder selbst und stellt dafür Mitarbeiter ein. In den nächsten Jahren steht jedoch ein harter Stellenabbau bevor, um Kosten zu senken.

Bei der Commerzbank zahlt sich der erste Milliardengewinn seit fünf Jahren und die Rückkehr zu einer Dividende für Konzernchef Blessing aus. Für das vergangene Jahr kassierte er unter dem Strich 1,7 Millionen Euro - gut sechs Prozent mehr als für 2014. Damit bekommt Blessing so viel wie nie in seiner achtjährigen Amtszeit an der Spitze der Bank. Der Gesamtvorstand des zweitgrößten deutschen Geldhauses bekam rund 8,5 (Vorjahr: 7,6) Millionen Euro ausgezahlt. Privatkundenvorstand Martin Zielke, der Blessing zum 1. Mai als Vorstandschef ablösen wird, erhielt knapp 1,2 Millionen Euro.

Weitere Bonuszahlungen in bar und in Aktien können in den kommenden Jahren noch für die sieben Commerzbank-Vorstände folgen, wenn sich der aktuelle Geschäftserfolg als nachhaltig erweist. Für das gesamte Top-Management des teilverstaatlichten Dax-Konzerns belaufen sich die Vergütungsansprüche für 2015 auf 14,1 (13,4) Millionen Euro.

Die Commerzbank hatte im vergangenen Jahr ihren Überschuss auf 1,06 Milliarden Euro fast vervierfacht. Erstmals seit der Finanzkrise gibt es eine Dividende für die Aktionäre. Sie sollen 20 Cent je Aktie bekommen. Bei den Mitarbeitern allerdings kommt von dem Milliardengewinn nicht viel an. Einen gewinnabhängigen Bonus bekommen sie zum Ärger des Betriebsrats nicht. Der Vorstand begründet das damit, dass die Commerzbank noch nicht ausreichend rentabel sei.

Bei Europas größtem Versicherer Allianz wuchsen die Gehälter der Vorstände im Jahr des Chefwechsels deutlich. Weil ein Bonus für drei Jahre fällig wurde, erhielt die Führungsriege eine Gesamtvergütung von 57 (30) Millionen Euro. Der seit Mai amtierende Vorstandschef Oliver Bäte kam auf eine Gesamtvergütung von 7,05 (rund 2,8) Millionen Euro. Sein Vorgänger Michael Diekmann konnte 5,5 Millionen Euro mit nach Hause nehmen - 1,1 Millionen mehr als ein Jahr zuvor.

dpa

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