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Deutsche Bank ringt um Vertrauen

Banken Deutsche Bank ringt um Vertrauen

Die Deutsche Bank betont ihre Zahlungsfähigkeit. Nach dem Kurssturz der Aktie geht der Vorstand in die Offensive. Ob das Anleger dauerhaft beruhigen kann, ist fraglich.

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Am Montag waren im Handelsverlauf sowohl die Deutsche-Bank-Aktien auf ein Rekordtief gestürzt als auch die Kurse für Anleihen stark unter Druck geraten.

Quelle: Marius Becker

Frankfurt/Main. Nach dem dramatischen Kurssturz kämpft die Deutsche Bank um das Vertrauen der Investoren. Vorstandschef John Cryan betonte die Stärke des größten deutschen Geldhauses.

"Sie können Ihren Kunden mitteilen, dass die Deutsche Bank angesichts ihrer Kapitalstärke und ihrer Risikoposition absolut grundsolide ist", schreibt der Brite in einer am Dienstag veröffentlichten Botschaft an die Mitarbeiter des Dax-Konzerns.

Wegen des besorgniserregenden Kurssturzes an den Börsen sah sich das Institut am Montagabend zu einem ungewöhnlichen Schritt genötigt und gab ein öffentliches Bekenntnis zu seiner Zahlungsfähigkeit ab: Die Bank versicherte, 2015 und 2016 voraussichtlich genügend Geld zu haben, um die Zinsen auch auf neue, besonders riskante Schuldscheine zahlen zu können. Am Montag waren der Kurs der Deutschen Bank auf den tiefsten Stand seit Anfang der 1990er Jahre gerutscht.

"Der Markt hat sich auch besorgt gezeigt, ob unsere Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten ausreichen. Diese Sorge teile ich keineswegs", schreibt Cryan. "Wir werden unsere Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten im laufenden Jahr sehr wahrscheinlich aufstocken müssen. Dies ist jedoch bereits in unserem Finanzplan berücksichtigt." Derzeit belaufen sich die Rückstellungen für mögliche juristische Niederlagen auf 5,5 Milliarden Euro.

Cryan, der den Konzern seit Juli 2015 führt, bekräftigte, er werde sich "persönlich darum kümmern, offene regulatorische Fälle und Rechtsstreitigkeiten erfolgreich und schnell beizulegen". 2015 war die Deutsche Bank wegen teurer Rechtsstreitigkeiten, Abschreibungen und Kosten für die geplante Streichung von netto 9000 Stellen mit 6,8 Milliarden Euro in die roten Zahlen gestürzt.

Die Anforderungen zum Bezahlen der versprochenen Zinsen auf die 2014 ausgegebenen eigenkapitalähnlichen Anleihen könne die Bank aus einer "Position der Stärke" angehen, erklärte Finanzvorstand Marcus Schenck.

Die Beruhigungspille wirkte bei Anlegern allerdings nur kurzzeitig. Deutsche-Bank-Aktien legten am Dienstag zwar zeitweise als Spitzenreiter im Dax um gut drei Prozent zu, lagen am frühen Nachmittag aber wieder im Minus bei etwa 13,50 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Bank fast 40 Prozent an Wert verloren.

Die Bank erklärte, trotz des Rekordverlusts 2015 werde für die Bedienung der Anleihen in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro zur Verfügung stehen. Das sei mehr als ausreichend, um die Ende April fälligen Zinszahlungen von 350 Millionen Euro zu leisten. Auch für das kommende Jahr sieht die Bank ausreichend Spielräume.

Ein Ausfall der Zinsen auf die neuartigen Anleihen wäre anders als bei normalen Schuldscheinen nicht gleichbedeutend mit der Pleite der Bank. Allerdings würde das Institut damit weiteres Vertrauen an den Märkten verspielen und hätte künftig große Probleme, solche Scheine noch einmal zu verkaufen. 2014 waren der Deutschen Bank die in verschiedenen Währungen ausgereichten Papiere zum Zinssatz von bis zu 7,50 Prozent von Anlegern praktisch aus der Hand gerissen worden.

Die Deutsche Bank sammelte so rund 4,6 Milliarden Euro ein und stärkte ihr Kapital, ohne neue Aktien ausgeben zu müssen. Die "Cocos" (Contingent Convertible Bonds) genannten Papiere gelten als riskant. Zum einen ist die Zinszahlung ähnlich wie eine Dividende auf Aktien nicht garantiert. Zum anderen können die Papiere für Anleger wertlos werden, wenn die Bank unter bestimmte Kapitalquoten rutscht. Die Dividende für 2015 und 2016 hat die Deutsche Bank gestrichen.

dpa

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