Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Deutsche Börse kämpft um LSE-Fusion

Börsen Deutsche Börse kämpft um LSE-Fusion

Die Fusion der Börsen in Frankfurt und London steht nach dem Nein der Briten zur Europäischen Union auf der Kippe. Nun geht die Deutsche Börse auf ihre Aktionäre zu.

Voriger Artikel
Bio-Anteil in deutscher Landwirtschaft nimmt weiter zu
Nächster Artikel
Euro-Finanzminister fürchten negative Brexit-Folgen

Mit dem britischen Votum für einen EU-Austritt haben sich die Rahmenbedingungen für Fusion der beiden Börsenbetreiber deutlich verändert.

Quelle: Facundo Arrizabalaga/Archiv

Frankfurt/Main. Zur Rettung ihres Fusionsplans mit der Londoner Börse LSE zieht die Deutsche Börse alle Register. Um die Zustimmung der eigenen Eigentümer zu sichern, senkte der Dax-Konzern kurzfristig die Mindestannahmequote.

Nun soll das Fusionsvorhaben weiter betrieben werden, wenn mindestens 60 Prozent der Aktionäre ihre Anteilsscheine zum Umtausch in Papiere des fusionierten Unternehmens anbieten. Bislang lag die geforderte Quote bei 75 Prozent.

Zudem verlängerte das Unternehmen die Umtauschfrist um zwei Wochen bis einschließlich 26. Juli (24.00 Uhr). Bislang haben nur knapp ein Viertel der Aktionäre zugestimmt, die Frist wäre eigentlich an diesem Dienstag (12. Juli) abgelaufen. Sollte die Annahmeschwelle nicht erreicht werden, wäre der Deal geplatzt. Allerdings ist es üblich, dass sich ein Großteil der Investoren erst auf den letzten Drücker entscheidet. "Offenbar ist die Fusion doch nicht so gottgewollt, wie (Börsenchef Carsten) Kengeter gesagt hat", sagte der Vizechef der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Klaus Nieding, dem "Handelsblatt" (Dienstag). Er forderte angesichts des drohenden Brexits erneut, das Angebot nachzubessern.

Die gesenkte Quote begründete die Börse damit, dass Indexfonds ihre Papiere üblicherweise erst nach Erreichen der offiziellen Hürde umtauschen können. Sie halten rund 15 Prozent der Aktien der Deutschen Börse. Das würde bedeuten, dass die Börse dann in der zweiwöchigen Nachfrist nach dem offiziellen Ablauf der Umtauschzeit noch auf die erhoffte Dreiviertel-Zustimmung kommt.

Deutsche-Börse-Finanzvorstand Gregor Pottmeyer erklärte, die Änderung sei "lediglich technisch bedingt": "Wir sind davon überzeugt, dass wir die Schwelle von 75 Prozent im Verlauf des Übernahmeprozesses erreichen werden."

Als viel größeres Hindernis gilt ohnehin die Zustimmung zahlreicher Aufsichtsbehörden. Mit dem britischen Votum für einen EU-Austritt haben sich die Rahmenbedingungen für die im März ausgehandelte Fusion der beiden Börsenbetreiber deutlich verändert. Viele Aktionäre der Deutschen Börse zweifeln, ob sich der Deal für ihr Unternehmen noch lohnt. Nach dem Absturz des britischen Pfunds und dem Rückgang des Aktienkurses infolge des Referendums hat die London Stock Exchange (LSE) allerdings deutlich stärker an Wert verloren als die Deutsche Börse.

An dem ausgehandelten Machtverhältnis soll sich dennoch nichts mehr ändern. Festgelegt ist, dass die Deutsche Börse künftig gut 54 Prozent an dem gemeinsamen Konzern halten soll. Die Konzerne werben unter anderem mit Kosten- und Umsatzvorteilen von rund 700 Millionen Euro für den Zusammenschluss. Um den Deal zu retten, könnte die Deutsche Börse das Angebot auch noch nachbessern, in dem sie etwa ihren Aktionären eine Sonderdividende zahlt. In der vergangenen Woche hatten die Aktionäre der LSE bei einer außerordentlichen Hauptversammlung mit 99,9 Prozent für die Fusion gestimmt.

Erheblicher Gegenwind kommt von Aufsehern. Die EU-Wettbewerbshüter müssen ebenso zustimmen wie die im hessischen Wirtschaftsministerium angesiedelte Aufsicht für die Frankfurter Wertpapierbörse. Dass London wie bislang vorgesehen rechtlicher Hauptsitz des fusionierten Konzerns wird, ist nach dem Brexit-Votum kaum noch vorstellbar. Als Kompromiss hat Deutsche-Börse-Chef Kengeter inzwischen eine doppelte Holding oder einen Sitz an einem neutralen Ort in der EU, etwa Amsterdam, ins Spiel gebracht. Dazu fehlt aber bislang ein Bekenntnis aus London. Die Regierung des scheidende Premier David Cameron hatte bisher London als Sitz der Konzernholding zur Bedingung gemacht.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 10.529,50 +0,15%
TecDAX 1.687,00 +0,03%
EUR/USD 1,0673 +0,12%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. TELEKOM 14,69 +0,71%
BAYER 87,21 +0,71%
HEID. CEMENT 83,50 +0,67%
DT. BANK 14,73 -1,98%
VOLKSWAGEN VZ 118,37 -0,71%
LUFTHANSA 12,14 -0,50%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Bakersteel Global AF 158,73%
Structured Solutio AF 154,97%
Stabilitas PACIFIC AF 151,07%
AXA IM Fixed Incom RF 141,93%
Crocodile Capital MF 122,39%

mehr

  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr