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Deutsche Börse und Londoner LSE forcieren Fusionspläne

Börsen Deutsche Börse und Londoner LSE forcieren Fusionspläne

Die Börsen in Frankfurt und London machen Ernst mit ihren Plänen zum Zusammenschluss: Die beiden Konzerne wollen die neue europäische Superbörse schmieden. Das letzte Wort haben Aktionäre und Aufseher.

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Eine riesige Fusion bahnt sich an: Die Deutsche Börse und die Londoner LSE machen Ernst mit ihren Fusionsplänen.

Quelle: Andy Rain

Frankfurt/London. Deutsche Börse und London Stock Exchange (LSE) drücken bei ihrem geplanten Zusammenschluss aufs Tempo. Drei Wochen nach Bekanntwerden des Vorhabens konkretisierten die beiden Börsenbetreiber am Mittwoch ihre Bestrebungen zu einer Fusion auf Augenhöhe.

Nun müssen Aktionäre und Aufseher entscheiden. Die Konzerne hoffen, das Geschäft Ende dieses Jahres oder spätestens im ersten Quartal 2017 erfolgreich abschließen zu können.

Beide Seiten werben mit großen Wachstumschancen und hohem Einsparpotenzial. Die Kosten könnten - ab dem dritten Jahr nach Vollzug des Deals - pro Jahr um 450 Millionen Euro gedrückt werden, das entspreche rund einem Fünftel des jährlichen Aufwands der Konzerne. Vorteile gebe es auch für Kunden.

"Das ist der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt", sagte Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter. LSE-Chef Xavier Rolet bekräftigte: "Ich unterstütze den Zusammenschluss zu 100 Prozent." Das Gemeinschaftsunternehmen werde in vielen Handelsfeldern wie Optionen, Aktien, Anleihen, Devisen und Energie eine führende Position einnehmen. Nach Erlösen entstünde der weltgrößte Börsenbetreiber mit einem Gesamtumsatz von 4,7 Milliarden Euro. Die beiden Partner kalkulieren mit Einmalkosten von 600 Millionen Euro. Details zu möglichen Stellenstreichungen stehen noch nicht fest.

Auch ein möglicher EU-Austritt Großbritanniens ("Brexit") soll die Pläne nicht durchkreuzen. "Das kombinierte Unternehmen wird unabhängig vom Ausgang des britischen Referendums erfolgreich sein", sagte Kengeter. Am 23. Juni stimmen die Briten darüber ab, ob das Land weiter Mitglied in der Europäischen Union bleibt. Kengeter betonte, auch bei einem negativen Votum werde nicht an den Bedingungen für die Fusion gerüttelt. Ein "Brexit" könnte allerdings zu einer Umverteilung der Geschäfte in der neuen Gruppe führen.

Die neue europäische Superbörse soll ihren rechtlichen Sitz in London und Hauptsitze in der britischen Hauptstadt sowie in Frankfurt haben. Eine Verlagerung von Geschäften sei nicht vorgesehen, betonte Rolet. Die Vorteile lägen etwa darin, dass das fusionierte Unternehmen die jeweils besten IT-Systeme nutzen werde. Die Unternehmen erklärten, weiterhin ihre Steuern in den jeweiligen Gründungsländern zu zahlen.

In einem in Auszügen vorab veröffentlichten Interview mit dem "Manager Magazin" (Erscheinungstermin 18.3.) warnte Kengeter vor einem Scheitern der Fusion. Verstärke sich die Deutsche Börse nicht schnell, werde das Unternehmen "irgendwann so schwach sein, dass es nicht mehr agieren, sondern nur noch reagieren" könne. Platze die Fusion, werde "die europäische Kapitalmarktarchitektur wahrscheinlich bald in amerikanischen Händen liegen", sagte Kengeter.

Die Auslandsbanken in Deutschland begrüßten die Bestrebungen: "Als Befürworter eines starken Binnenmarkts in Europa haben wir ein Interesse an einem starken europäischen Gegengewicht im Wettbewerb zu den Plätzen in den USA und in Asien", erklärte der Vorsitzende ihres Dachverbandes, der UBS-Manager Stefan Winter. BDI-Präsident Ulrich Grillo ließ mitteilen: "Gerade unser Mittelstand und schnell wachsende Technologieunternehmen werden vom Zusammenschluss der führenden Börsen Europas profitieren."

Kengeter, der den Dax-Konzern Deutsche Börse seit Juni 2015 führt, soll das neue Gemeinschaftsunternehmen leiten. Rolet will sich zurückziehen, wenn der Deal glückt. LSE-Verwaltungsratschef Donald Brydon soll diesen Posten auch im fusionierten Unternehmen übernehmen. Als sein Stellvertreter ist der derzeitige Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, Joachim Faber, vorgesehen.

Angestrebt ist, dass nach dem Umtausch der Aktien die Anteilseigner der Deutschen Börse mit 54,4 Prozent eine Mehrheit an der fusionierten Börse halten. Die LSE-Aktionäre sollen 45,6 Prozent des Grundkapitals der britischen Holdinggesellschaft "UK TopCo" halten.

Die Konzerne zeigten sich zuversichtlich, dass alle zuständigen Wettbewerbs- und Aufsichtsbehörden grünes Licht für die Mega-Fusion geben werden. Angebote, welche Bereiche die Börsen aus Wettbewerbsgründen abstoßen könnten, machten sie zunächst nicht. Analysten hatten zuletzt etwa im Geschäft mit der Abwicklung von Handelsgeschäften (Clearing) eine zu große Marktmacht befürchtet.

Die beiden Börsenbetreiber hatten nach Marktgerüchten am 23. Februar ihre Pläne öffentlich gemacht. Für die Deutsche Börse ist es der dritte Anlauf in Sachen LSE nach 2000 und 2005. Es wird erwartet, dass die beiden US-Schwergewichte ICE und CME versuchen werden, den Zusammenschluss mit Gegenangeboten zu torpedieren. Die ICE hatte bereits angekündigt, eine eigene Offerte für die LSE zu prüfen.

dpa

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