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Deutsche Elektrounternehmen haben Angst abgehängt zu werden

Industrie Deutsche Elektrounternehmen haben Angst abgehängt zu werden

Beim Zukunftsthema Industrie 4.0 sehen deutsche Wirtschaftsverbände Europa als Schlusslicht. Speziell Deutschland könnte angesichts der US-Dominanz bei neuen Innovationen in diesem Bereich bald keine Rolle mehr spielen.

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Glasfaserkabel: In vielen Unternehmen gibt es nach Einschätzung des Bitkom große Sicherheitsdefizite.

Quelle: Daniel Reinhardt

Hannover. Dies geht aus einer Umfrage unter Mitgliedern des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) hervor. Der flächendeckende Ausbau der Breitband- und Mobilfunk-Infrastruktur müsse deutlich vorangetrieben werden.

Die deutschen Maschinenbauer forderten eine gemeinsame europäische Rechtsprechung sowie mehr Zusammenarbeit innerhalb der EU. "In der Digitalisierung der Industrie will und muss Europa mindestens auf Augenhöhe sein mit den Amerikanern und Chinesen", sagte der Vizepräsident des (VDMA), Carl Martin Welcker.

In den USA etwa produzierten die Unternehmen neue Technologien für einen Binnenmarkt von 320 Millionen Menschen. "Da kann es sich die EU nicht leisten, dass die Digitalisierung der Industrie auf einem Flickenteppich von 28 nationalen Initiativen vorangetrieben wird."

Industrie 4.0 ist ein Hauptthema in Hannover und steht für Trends wie etwa selbstlernende Maschinen, kommunizierende Bauteile oder der komplett vernetzte Warenfluss. Die Hannover Messe gilt als weltgrößte Industrie-Schau und präsentiert aktuelle Neuheiten vor allem aus den Schlüsselbranchen Maschinenbau und Elektrotechnik. Beide Sparten sind im Zuge der Digitalisierung von den großen Trends der Vernetzung von Geräten und der Verbindung mit dem Internet geprägt.

Eine Kehrseite der zunehmenden Digitalisierung ist nach Ansicht des Digitalverbands Bitkom die wachsende Angriffsfläche für Cyberkriminelle. In Deutschland waren 2015 gut zwei Drittel (69 Prozent) aller Industrieunternehmen laut einer aktuellen Umfrage Opfer von Datendiebstahl, Wirtschaftsspionage oder Sabotage. Die größte Gefahr geht demnach von den eigenen Mitarbeitern aus. Bei 65 Prozent der Unternehmen seien die Täter aktuelle oder ehemalige Beschäftigte gewesen. Als häufigstes Delikt ermittelte der Bitkom den Diebstahl von Smartphones, Computern oder Tablets. In vielen Unternehmen gebe es große Sicherheitsdefizite.

Unterdessen dämpfte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) angesichts der zahlreichen Konflikte weltweit seine Wachstumserwartungen für 2016. "Wir rechnen fürs laufende Jahr nun mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,5 bis knapp 2 Prozent", sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo.

Zuletzt war der Verband im Januar bei der Wirtschaftskraft noch von 1,9 Prozent Wachstum für 2016 ausgegangen. Im exportabhängigen Deutschland werde daher deutlich zu wenig investiert. Grillo warnte davor, dass die Kauflaune der Verbraucher angesichts der niedrigen Inflation bald abnehmen könnte. "Dann kann unser Konjunktur-Kartenhaus zusammenfallen."

Der BDI-Präsident forderte deshalb etwa mehr öffentliche Mittel für den Ausbau einer flächendeckenden IT-Infrastruktur. Der BDI dringt außerdem wie auch der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau auf einen schnellen Abschluss der Verhandlungen für das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP.

Deutschlands Stahlindustrie geht wegen anhaltender Billig-Importe aus China nicht von einer raschen Besserung für die Probleme der Branche aus. "Eine zeitnahe internationale Lösung für die globale Stahlkrise ist gegenwärtig nicht in Sicht", sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. Er verwies darauf, dass Chinas Stahlexporte im ersten Quartal 2016 noch einmal 8 Prozent über dem Startquartal des Vorjahres gelegen hätten.

Auch im Maschinenbau lief es zuletzt nicht richtig rund für die Branche, in der in Deutschland gut eine Millionen Menschen arbeiten. Das Produktionsvolumen stieg 2015 im Vergleich zum Vorjahr nur leicht von 199 auf 201 Milliarden Euro. Die Kapazitätsauslastung konnte den langjährigen Branchenschnitt von 86 Prozent kaum erreichen und lag 2015 bei 84,3 Prozent. Daran wird sich nach Verbandsschätzung vorerst nichts ändern.

dpa

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