Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Deutsche Post mit Kratzern in der Bilanz 2015
Nachrichten Wirtschaft Deutsche Post mit Kratzern in der Bilanz 2015
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:42 09.03.2016
Trotz eines weiterhin boomenden Paket- und Expressgeschäfts schloss die Post das vergangene Jahr erstmals seit einigen Jahren mit weniger Gewinn ab. Quelle: Daniel Naupold
Anzeige
Troisdorf

Die Deutsche Post schaltet nach dem massiven Einbruch der Gewinne im vergangenen Jahr wieder um auf Wachstum und will die Ergebnisse sprudeln lassen.

"Wir haben die Basis gelegt, um die Strategie 2020 zu erfüllen", sagte Vorstandschef Frank Appel bei der Bilanzvorlage im DHL-Innovationszentrum in Troisdorf bei Bonn. 2015 sei ein Jahr des Übergangs gewesen.

Zwar verbuchte der Logistikriese einen kräftigen Gewinnrückgang. Doch die Einbußen beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern um gut 18 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro sollen schon diesem Jahr wettgemacht und mindestens eine Milliarde Euro als operatives Ergebnis erzielt werden. Bis 2020 hat sich das Unternehmen ein Ergebnisplus von 8 Prozent vorgenommen, womit mehr als 5 Milliarden Euro angepeilt werden.

Die Belastungen in der Frachtsparte beim Aufbau eines neuen IT-Systems, aber auch die Kosten von wochenlangen Streiks, hatten den Konzern 2015 in die Bredouille gebracht. So kassierte die Post bereits im Herbst ihre Gewinnprognose deutlich nach unten. Bereits im vierten Quartal kamen die Bonner bereits wieder in Tritt.

Für die Postaktionäre bleibt alles wie bisher: Sie sollen für 2015 wie schon im Vorjahr mit einer Ausschüttung von 85 Cent je Aktie bedient werden. Beim Umsatz verzeichnete das Unternehmen, das weltweit fast eine halbe Million Menschen beschäftigt, ein Plus von 4,6 Prozent auf 59,2 Milliarden Euro.

Unterdessen knüpft der Konzern in Europa sein Paketnetz immer dichter. Der Chef der Sparte Post, eCommerce, Paket (PeP), Jürgen Gerdes, kündigte den Einstieg in die Paketmärkte unter anderem in Finnland, Schweden, Norwegen, Litauen, Lettland und Estland an. Damit wäre die Post in dem boomenden Geschäftsfeld bereits in 16 europäischen Ländern aktiv. Die Bonner wollen bei der Zustellung auch mit Partnern vor Ort zusammenarbeiten.

Inwieweit die Post ihre in Deutschland erfolgreichen Packstationen in weiteren Ländern aufbaut, wollte Gerdes noch nicht verraten. Bisher betreibt der Konzern in seinem Heimatland etwa 2750 Packstationen sowie weitere 150 verteilt auf Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Österreich.

Von den Avancen des US-Onlineriesen Amazon, der auch in der Zustellung aktiv werden möchte, wollen sich die Post-Manager nicht verunsichern lassen. Mit einem eigenen Zustelldienst würde Amazon den Branchenprimus Post, aber auch dessen Konkurrenten herausfordern. "Es ist schön, wenn sich Unternehmen für unseren Markt interessieren", sagte Appel. Dies zeige nur, wie attraktiv dieser sei.

Amazon bleibe weiter ein Kunde der Post: "Wir sind völlig entspannt und unaufgeregt", sagte Briefchef Gerdes. In München testet der Onlinehändler derzeit die Zustellung in Eigenregie. Derzeit ist aber nicht klar, in welchem Umfang Amazon ins Paketgeschäft einsteigen will. Dem "Handelsblatt" hatte der Europa-Logistik-Chef von Amazon gesagt: "Wir wissen, dass wir Logistik sehr gut können."

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Lufthansa-Billigflugtochter Eurowings will in diesem Jahr rund 700 Mitarbeiter einstellen. Es sollen vor allem Flugbegleiter und Piloten sein, sagte Lufthansa-Vorstand und Eurowings-Chef Karl Ulrich Garnadt auf der Reisemesse ITB in Berlin.

09.03.2016

Vertreter der internationalen Gläubiger wollen in Athen erneut die Fortschritte der griechischen Reformbemühungen prüfen. Die griechische Regierung kann erst mit weiteren Hilfsgeldern rechnen, wenn sich beide Seiten auf alle Maßnahmen verständigt haben, mit denen die Finanzen des fast bankrotten Landes stabilisiert werden sollen.

09.03.2016

Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen ist auch in Deutschland voll im Gange. Doch Tempo ist gefragt. Mit einer Investition von 500 Millionen Dollar will der IT-Ausrüster Cisco den Prozess in Deutschland nun weiter beschleunigen.

08.03.2016
Anzeige