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Wirtschaft Deutsche Unternehmen wollen Dominanz von Facebook, Google und Co. entgegentreten
Nachrichten Wirtschaft Deutsche Unternehmen wollen Dominanz von Facebook, Google und Co. entgegentreten
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16:46 08.05.2017
Mit einer eigenen Datenplattform wollen deutsche Konzerne der Netz-Dominanz von Facebook und Co. entgegentreten. Quelle: dpa
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Frankfurt am Main

Um der Dominanz großer US-Internetplattformen wie Google, Facebook und Microsoft entgegenzutreten, wollen mehrere große deutsche Konzerne nun eine gemeinsame Datenplattform ins Leben rufen. Kunden soll darauf ein einheitlicher Zugang zu Online-Diensten ermöglicht werden.

Teil der Initiative sind die Deutsche Bank, die Postbank, der Axel Springer Verlag, das Versicherungsunternehmen Allianz, der Autohersteller Daimler, der Technologie-Thinktank Core und der Kartendienst Here. Weitere Partner werden derzeit gesucht, so haben vor kurzem Verhandlungen mit der Deutschen Telekom begonnen.

Ziel sei eine Art Generalschlüssel für Online-Angebote und Behörden, mit dem sich Kunden bei verschiedenen Angeboten im Netz registieren und identifizieren können. Ein Prinzip, das US-Unternehmen wie Facebook und Google längst etabliert haben: Wer einen Facebook-Account hat, kann sich mit diesem auch bei anderen Diensten, beispielsweise dem Musikstreaming-Dienst Spotify, anmelden. Für den Benutzer ist das bequemer, für das Unternehmen lukrativer: Das Verhalten des Nutzers kann nachvollzogen und dementsprechende Werbung geschaltet werden.

Datenschutz soll groß geschrieben werden

Beim deutschen Modell soll ein höherer Wert auf Datenschutz gesetzt werden: Im Gegensatz zu den Angeboten der US-Konkurrenz sollen die Nutzer der neuen Plattform selbst bestimmen können, welche Daten hinterlegt und weitergegeben werden dürfen. Das Vorhaben werde „sowohl das reformierte EU-Datenschutzrecht berücksichtigen als auch die eIDAS-Verordnung, die die Vertrauensdienste der Online-Ausweisfunktion reguliert“, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bank. „Die Kooperation versteht sich als wettbewerbsfähige, europäische Antwort auf die internationale Plattformwirtschaft.“ Sie solle eine branchenübergreifende Registrierungs-, Identitäts- und Datenplattform sein und höchste Standards bei Datensicherheit und Datenschutz gewährleisten. Die Initiative sei im Austausch mit der Politik und werde insbesondere vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie begrüßt.

Zukünftig seien auch Funktionen wie ein digitaler Behördenzugang (eGovernment) oder digitale Zahlungs- und Finanzdienstleistungen denkbar. Zudem sollen Unternehmen aus diversen Branchen als Partner gewonnen werden. Das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme und die European School of Management and Technology seien bereits eingebunden, um das Projekt wissenschaftlich zu begleiten.

In der zweiten Jahreshälfte von 2018 soll die neue Plattform an den Start gehen.

Von Christian Neffe

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