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Deutscher Börse droht Übernahmeschlacht um London Stock Exchange

Börsen Deutscher Börse droht Übernahmeschlacht um London Stock Exchange

Scheitern die Übernahmepläne der Deutschen Börse einmal mehr an der Konkurrenz aus den USA? Der Rivale ICE will der geplanten Fusion mit der britischen LSE offenbar nicht tatenlos zusehen.

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Kommt nun eine Gegenangebot für die LWE? Carsten Kengeter, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG.

Quelle: Alexander Heinl

New York/London/Frankfurt. Die Deutsche Börse muss sich bei ihrer geplanten Übernahme der Londoner Börse auf Konkurrenz einstellen.

Der US-Rivale Intercontinental Exchange (ICE) hat ebenfalls ein Auge auf die London Stock Exchange (LSE) geworfen. Für die Deutschen wäre es nicht das erste Mal, dass die Amerikaner ihnen den Fisch von der Angel wegschnappen.

Wie die ICE am Dienstag mitteilte, werde über ein Angebot für die LSE nachgedacht. Allerdings gebe es noch keine Gespräche mit den Briten. Damit tritt das ein, womit Analysten seit Bekanntgabe der Übernahmepläne gerechnet haben: Die Amerikaner schauen einer Fusion der größten europäischen Börsen nicht tatenlos zu. "Ein Gegenangebot könnte die Deutsche Börse in Zugzwang bringen, ihre eigene Offerte aufzustocken", sagte ein Börsianer.

In einer ersten Reaktion teilte der Frankfurter Börsenbetreiber mit: "Die Deutsche Börse hat die Ankündigung eines möglichen Übernahmeangebotes für die LSE durch die Intercontinental Exchange zur Kenntnis genommen und wird eventuelle, weitere Entwicklungen intensiv beobachten." Die Gespräche mit der LSE zum Zusammenschluss würden unverändert fortgeführt. Die Londoner Börse äußerte sich zuvor ähnlich.

Die nächsten Wochen werden nun zeigen, ob sich die Amerikaner aus der Deckung wagen und der Deutschen Börse auf der Ziellinie ein Bein stellen. Nach dem britischen Übernahmegesetz müssen sich die Amerikaner bis Ende März entscheiden. Auch die Deutschen müssen in den kommenden Wochen ihre Pläne mit einem offiziellem Angebot untermauern. Bis spätestens 22. März muss entweder ein bindendes Angebot gemacht oder der Deal vorerst abgeblasen werden. Im Volksmund heißt die Regel am Londoner Finanzplatz "put up or shut up" (in etwa: lass Taten folgen oder halte den Mund).

Die Aktie der Deutschen Börse gewann bis zum Mittag in einem freundlichen Markt gut 0,4 Prozent. Die Papiere der LSE zogen in Erwartung eines Bietergefechts stark an und legten um annähernd 7,6 Prozent auf 2881 Pence zu. Zwischenzeitlich erklommen sie sogar ein Rekordhoch bei mehr als 2900 Pence.

Nach 2000 und 2005 ist die vor wenigen Tagen verkündete Absicht der Deutschen Börse, die LSE zu übernehmen, der dritte derartige Versuch. Aktionäre beider Konzerne sollen dabei ihre Anteile in Papiere einer neuen Holding tauschen, an der die Deutschen dann mit 54,4 Prozent die Mehrheit hätten. Zusammen würden die beiden Unternehmen nach Börsenwert zu den US-Schwergewichten ICE und CME aufschließen.

Neben der Hürde eines möglichen Mitbieters sitzen der Deutschen Börse auch noch die Wettbewerbsbehörden im Nacken. Zustimmen müssten einer Fusion unter anderem die EU-Regulierer. Brüssel hatte den letzten großen Anlauf der Frankfurter zu einer Megafusion mit der New Yorker Börse NYSE Euronext Anfang 2012 krachend scheitern lassen. Ende 2012 hatte dann die ICE zugeschlagen und die New Yorker Börse übernommen.

Es war ein weiterer Tiefschlag für die Frankfurter: Im November 2006 hatte die Deutsche Börse schon die damals noch eigenständige europäische Mehrländerbörse Euronext schlucken wollen - hier wiederum machte die NYSE den Deutschen einen Strich durch die Rechnung.

dpa

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