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19:52 30.11.2016
„Durch internationalen Handel geht es uns besser“: Bundesbank-Präsident Jens Weidmann zum Auftakt der deutschen G20-Präsidentschaft. Quelle: dpa
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Berlin

Deutschland übernimmt am Donnerstag den Vorsitz in der G20, der Gruppe führender Industrie- und Schwellenländer. Höhepunkt der Präsidentschaft wird ein Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs in Hamburg am 7. und 8. Juli sein, zu dem auch der künftige US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin erwartet werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Entwicklung Afrikas und die Gesundheit zu Schwerpunktthemen machen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnte die G20 vor einem Rückfall zu Nationalismus und Marktabschottung. Globale Herausforderungen benötigten globale Lösungen, sagte Schäuble am Mittwochabend in Berlin zum Auftakt der deutschen G20-Präsidentschaft. „Die G20 sind wichtiger denn je.“

„Die Antwort ist sicher nicht Protektionismus“

Schäuble betonte: „Wir können die Globalisierung nicht zurückdrehen, und wir wollen das auch nicht.“ Sie müsse aber besser gestaltet werden – zum Nutzen der Menschen und gegen das wachsende Gefühl der zunehmenden Ungleichheit zwischen Arm und Reich.

Dafür seien Welthandel und offene Märkte erforderlich. Die G20 müssten Antworten auf die drängenden Fragen finden, um der wachsenden Skepsis der Menschen zu begegnen. Dies gehe nur, wenn sie weiter zusammenarbeiteten. „Die Antwort ist sicher nicht eine Rückkehr zu Nationalismus und Protektionismus“, sagte Schäuble.

„Durch internationalen Handel geht es uns besser“

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann äußerte die Hoffnung, „dass die G20 an ihrem Bekenntnis zu offenen Märkten mit fairem Wettbewerb festhält, dass Reformen für mehr Wachstum und Beschäftigung durchgeführt und nachhaltig solide Staatsfinanzen angestrebt werden“.

Es sei verständlich, dass der globale Wettbewerbsdruck manchem Angst mache. „Abschottung und Protektionismus wären jedoch die falschen Antworten auf diese Sorgen“, sagte Weidmann. Die Globalisierung sei kein Nullsummenspiel. „Im Gegenteil: Durch internationalen Handel geht es uns insgesamt besser.“

Die Gruppe der 20 wurde 1999 in Berlin als Reaktion auf die Finanzkrise in Asien gegründet – aber zunächst nur als Forum der Finanzminister. Das erste Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs fand 2008 statt. Merkel war bei allen Gipfeln dabei.

Die Gruppe repräsentiert zwei Drittel der Weltbevölkerung, mehr als 80 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und 80 Prozent des Handels. Ihr gehören die Europäische Union und folgende 19 Länder an: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die USA.

Von dpa/epd/RND

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