Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Dortmund kauft für 200 Millionen Euro Straßenbahnen aus Leipzig
Nachrichten Wirtschaft Dortmund kauft für 200 Millionen Euro Straßenbahnen aus Leipzig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:26 24.05.2018
Die Produktionsstätte des Straßenbahnherstellers Heiterblick: Auch für Hannover produzierten die Leipziger schon hochmoderne Stadtbahnen. Quelle: Christian Modla
Anzeige

Großauftrag für den Leipziger Straßenbahnhersteller Heiterblick: Das Unternehmen hat sich bei einem Ausschreibungsverfahren der Dortmunder Stadtwerke AG durchgesetzt und modernisiert jetzt die Straßenbahnflotte in der Ruhrpott-Metropole. Die Leipziger erhielten den Auftrag über die Produktion von 24 neuen Stadtbahnen und die Modernisierung von 64 vorhandenen Hochflurstadtbahnwagen. Gesamtvolumen: rund 200 Millionen Euro, wobei 130 Millionen Euro auf Heiterblick entfallen. Mit im Boot ist noch die Firma Kiepe Electric aus Düsseldorf, die die Elektrotechnik für die Fahrzeuge beisteuert.

„Die Endmontage erfolgt bei uns in Heiterblick“, sagte am Donnerstag Geschäftsführer Samuel Kermelk. Der 39-jährige gebürtige Rheinländer zeigte sich sehr erfreut über den Zuschlag aus Dortmund. „Der Auftrag sichert langfristig die Arbeitsplätze von 90 festen Mitarbeitern bei uns im Werk“, sagte Kermelk, dessen neue Heimat seit 13 Jahren Leipzig ist. Hinzu kämen rund 30 Leihkräfte, die in Heiterblick arbeiteten.
Bei dem Auftrag handele es sich um normalspurige Stadtbahnwagen für den Zweirichtungsbetrieb. Die ersten Neufahrzeuge gehen 2021 an den Start. Bis 2028 soll die komplette Straßenbahnflotte in der Ruhrmetropole auf den neuesten Stand gebracht sein. Mit den Dortmunder Stadtwerken (DSW 21) stehe man seit geraumer Zeit in engem Kontakt. Techniker von DSW 21 hatten sich über die Fertigung vor Ort in Sachsen informiert.

Mit Großaufträgen für Hannover und Bielefeld hätte man bereits bewiesen, dass Qualität und die Berücksichtigung individueller Kundenwünsche Hand in Hand gehen können. Entscheidend für den Zuschlag jetzt, so Kermelk, sei die hohe Flexibilität gewesen. „Wir werden die neue Fahrzeuge im Design der Altwagen fertigen.“ Bei der Sanierung der alten Wagen bauen die Leipziger Interieur ein, das sich auch in den Neufahrzeugen findet. Diese Angleichung von Alt und Neu habe überzeugt. Das betreffe auch die technische Ausrüstung. Die Fahrgäste würden kaum merken, ob sie mit einem neuen oder modernisierten alten Modell unterwegs sind. Alle Wagen können am Bahnsteig um drei Zentimeter gesenkt werden, um älteren und behinderten Menschen den Einstieg zu erleichtern. „Wir sind bundesweit die Ersten, die eine solche Technik einsetzen“, sagte Ralf Habbes, Betriebsleiter bei den Dortmunder Stadtwerken, den Ruhr Nachrichten.

Die Leipziger sind gut im Geschäft. Hatte man zwischen 2011 und 2016 für die Bielefelder Verkehrsbetriebe 16 Vamos-Stadtbahnen gefertigt, bestellte das Verkehrsunternehmen jetzt weitere 24 Wagen dieses Typs. Die Auslieferung der Bahnen beginnt Anfang 2020 und wird rund zwei Jahre dauern. Den rund 90 Millionen Euro schweren Auftrag teilt sich Heiterblick ebenfalls mit Kiepe-Electric.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nun also auch Daimler: Im Mercedes-Transporter Vito steckt eine illegale Abschalteinrichtung, sagt das Kraftfahrt-Bundesamt und verlangt einen Rückruf. Der Autobauer will das so aber nicht stehen lassen.

24.05.2018

Lebensmittelrückruf bei Netto, Edeka und Marktkauf: Gleich drei Supermärkte müssen ihr süßes Popcorn aus ihren Regalen nehmen. Die Knabberei eines Herstellers hat ungewöhnliche Nebenwirkungen.

24.05.2018

Runter vom Rad: Das schwedische Möbelhaus Ikea warnt Kunden vor seinem Fahrrad „Sladda“. Der Antriebsriemen kann plötzlich reißen und so einen Unfall herbeiführen. Es gab bereits Verletzte.

24.05.2018
Anzeige