Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft EU-Finanzminister wollen Bargeld-Obergrenze prüfen lassen
Nachrichten Wirtschaft EU-Finanzminister wollen Bargeld-Obergrenze prüfen lassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:14 12.02.2016
Kritiker sehen in der Begrenzung von Bargeldzahlungen Überwachung und Kontrolle. Quelle: Matthias Balk
Anzeige
Brüssel

Die EU-Finanzminister wollen die Möglichkeit abgestimmter Bargeld-Obergrenzen in Europa prüfen lassen.

Sie forderten die EU-Kommission bei ihrem Treffen in Brüssel auf, zu untersuchen, ob solche Beschränkungen zur Bekämpfung der Terrorfinanzierung angebracht sind. "Wir haben einen Flickenteppich in Europa", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Derzeit hat eine Reihe von EU-Staaten nationale Begrenzungen für Bargeld-Zahlungen. In Frankreich liegt diese etwa bei 1000 Euro, in Italien bei 3000 Euro. Die EU-Minister versprechen sich von derartigen Limits unter anderem Vorteile im Kampf gegen Geldwäsche.

"Große Bargeldsummen können leicht zur Terrorfinanzierung genutzt werden, da besteht ein Risiko", sagte der niederländische Finanzminister und Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem. Zuvor hatten Deutschland und Frankreich eine europaweite Begrenzung von Barzahlungen ins Spiel gebracht. Die Bundesregierung könnte sich ein Limit von 5000 Euro vorstellen.

Bargeld als solches dürfe jedoch nicht infrage gestellt werden, sagte der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling. "Ich bin einhundertprozentig für die Erhaltung des Bargelds."

In diesem Zusammenhang erwarten die Minister zudem, dass die Europäische Zentralbank (EZB) "angemessene Maßnahmen" mit Blick auf den 500-Euro-Schein ergreift. Die EZB prüft derzeit die Zukunft großer Euro-Scheine. Zuletzt wurde dabei über die Abschaffung der 500-Euro-Note diskutiert.

Mit Blick auf die Terrorfinanzierung hatte die EU-Kommission jüngst einen Aktionsplan vorgelegt. Die Vorschläge sollen nun konkretisiert werden. Enthalten sind in dem Plan unter anderem Maßnahmen zur besseren Kontrolle virtueller Währungen und zu mehr Transparenz bei Prepaidkarten. "Wenn wir diese völlige Anonymität bei der Nutzung von Prepaidkarten haben, dann gibt es da offensichtlich Möglichkeiten, das zu betrügerischen Zwecken zu nutzen", sagte Frankreichs Finanzminister Michel Sapin.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In China läuft es für die deutschen Autobauer nach langer Durststrecke wieder besser. Das ist besonders für VW wichtig. Die Wolfsburger brauchen viel Geld, um mit den Folgen des Diesel-Skandals fertig zu werden.

12.02.2016

Das Insolvenzverfahren des Brennstoff-Produzenten German Pellets wird nach Einschätzung der vorläufigen Verwalterin Schmudde frühestens im April eröffnet. Die Gläubiger sollten vorher keine Forderungen anmelden.

12.02.2016

Geschäfte mit Dividenden-Stripping haben die Maple Bank zu Fall gebracht. Nach der Schließung durch die Finanzaufsicht folgt nun die Insolvenz. Die Anleger sind aber geschützt.

12.02.2016
Anzeige