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EZB lässt Zinsen auf Rekordtief

EZB EZB lässt Zinsen auf Rekordtief

Die EZB hat die Geldschleusen weit geöffnet. Doch die Inflation steigt nicht. Das bereitet den Währungshütern Sorgen. Auch die Konjunkturaussichten haben sich etwas eingetrübt.

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Der EZB-Rat wird neue Entscheidungen verkünden. Wesentliche Änderungen am sehr lockeren Kurs werden nicht erwartet.

Quelle: Boris Roessler

Frankfurt/Main. Europas Währungshüter stehen bereit: Im Kampf gegen schwächere Konjunkturaussichten und nur noch minimal steigende Verbraucherpreise will die Europäische Zentralbank notfalls die Geldschleusen noch weiter öffnen.

"Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist", sagte EZB-Präsident Mario Draghi in Frankfurt. Das im März begonnene Programm zum Kauf von Staatsanleihen und anderen Vermögenswerten könne notfalls im Umfang ausgedehnt oder zeitlich gestreckt werden.

Den Leitzins beließ der EZB-Rat bei seiner Sitzung am Donnerstag wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Damit können sich Geschäftsbanken weiterhin extrem günstig mit frischem Zentralbankgeld versorgen.

Das Wachstum im Euroraum dürfte in Folge der Konjunkturschwäche etwa in China schwächer ausfallen als bisher erwartet, sagte Draghi. Die Wirtschaftsabkühlung in Schwellenländern belaste die Nachfrage nach Produkten aus dem Euroraum. Für das laufende Jahr erwarten die EZB-Experten nun 1,4 Prozent Wachstum statt bisher 1,5 Prozent. Auch für folgenden beiden Jahre wird mit einem etwas schwächeren Plus gerechnet als noch im Juni.

Zugleich senkte die EZB ihre Inflationsprognose für 2015 von zuletzt 0,3 Prozent auf 0,1 Prozent. Draghi führte dies vor allem auf den jüngsten Absturz der Energiepreise zurück. In den beiden Folgejahren dürfte sich das billionenschwere Programm zum Kauf von Staatsanleihen nach der Vorhersage zwar etwas stärker auf den Preisauftrieb auswirken, aber nicht so stark wie zuletzt erhofft. Demnach steigen die Verbraucherpreise 2016 im Euroraum um 1,1 (bisher 1,5) Prozent. Für 2017 sagen die Notenbanker nun eine Inflationsrate von 1,7 (bisher: 1,8) Prozent voraus. Die EZB strebt mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2 Prozent an.

Seit dem März versuchen die Währungshüter, die Konjunktur und den Preisauftrieb zusätzlich mit einem gewaltigen Kaufprogramm anzuschieben. Monatlich 60 Milliarden Euro sollen in Staatsanleihen und andere Vermögenswerte investiert werden, insgesamt 1,1 Billionen Euro bis September 2016. Bis zum 28. August hat die EZB in diesem Rahmen allein Staatsanleihen im Gesamtvolumen von rund 289,5 Milliarden Euro erworben.

Das frische Geld kommt im Idealfall über Geschäftsbanken in Form von Krediten bei Unternehmen und Verbrauchern an. Das soll Investitionen und Konsum anschieben und so die Konjunktur in Schwung bringen und die Inflation anheizen. Draghi räumte ein, dass die Verbraucherpreise im gemeinsamen Währungsraum in den kommenden Monaten sogar sinken könnten. Das sei aber ein vorrübergehender Effekt wegen des Einbruchs der Ölpreise.

Aus Sicht von Ökonomen der Helaba besteht aktuell kein Grund, das Kaufprogramm auszuweiten. Draghi könne trotz reduzierter Inflationsprognosen entspannt bleiben: "Niedrige Energiepreise sind kein Auslöser einer Deflation, sondern unterstützen die expansive Geldpolitik im Kampf um mehr Wachstum." Unter Deflation verstehen Ökonomen sinkende Preise auf breiter Front. Dies kann zu starker Zurückhaltung bei Konsum und Investitionen führen und die Konjunktur so zum Erliegen bringen.

"Die EZB muss sich fragen lassen, was die quantitative Lockerung bisher gebracht hat und ob sie überhaupt versuchen sollte, ölpreisbedingten Inflationsrückgängen durch eine noch expansivere Politik zu begegnen", erklärte Jan Holthusen, Leiter Anleihenresearch der DZ BANK.

dpa

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