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Edeka setzt auf Eigenmarken und selbstständige Kaufleute

Handel Edeka setzt auf Eigenmarken und selbstständige Kaufleute

Der genossenschaftliche Edeka-Verbund hat seine führende Position im Handel mit Lebensmitteln ausgebaut. Während die Branche in Deutschland insgesamt stagnierte, erreichte Edeka ein Wachstum von zwei Prozent, wie das Unternehmen mitteilte.

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Willkommensschild über dem Eingang der Edeka-Konzernzentrale in Hamburg: Edeka baut seine Führungsposition im deutschen Lebensmittelhandel aus.

Quelle: Christian Charisius/Archiv

Hamburg. Die Edeka-Unternehmen setzten insgesamt 47,2 Milliarden Euro um. Den entscheidenden Anteil an dem Umsatzplus hatten die Märkte der 4000 selbstständigen Kaufleute unter dem Edeka-Dach, die ihre Erlöse um 3,6 Prozent auf 23,4 Milliarden Euro steigerten.

Zum Stand der Dinge bei der geplanten Übernahme des Konkurrenten Kaiser's Tengelmann machte der Vorstandsvorsitzende der Edeka-Zentrale, Markus Mosa, keine genaueren Angaben.

"Unsere Unternehmer sind einmal mehr unser wichtigster Wachstumsmotor", sagte Mosa. Die Umsatzsteigerungen seien besonders bemerkenswert, weil die Preise für Lebensmittel im vergangenen Jahr leicht rückläufig waren. "Dahinter steht also eine größere Menge, wir haben mehr Ware verkauft", sagte Mosa.

Die Rendite der selbstständigen Kaufleute liege stabil bei rund vier Prozent. Zu dem Erfolg der Gruppe trage auch bei, dass die Edeka-Eigenmarken und Regionalmarken wie Gut&Günstig, Edeka oder Unsere Heimat sich weitaus besser entwickelten als andere Lebensmittel-Marken.

Die Handelsmarken will Edeka weiter ausbauen, zunächst mit einem neuen Sortiment von veganen Bioprodukten. Der Trend zu vegetarischer und veganer Ernährung sei unverkennbar und lasse sich auch im Kaufverhalten der Edeka-Kunden wiederfinden.

Edeka werde auch die Investitionen in eigene Produktionsbetriebe hoch halten, um die Abhängigkeit von den Beschaffungsmärkten und der Ernährungsindustrie zu verringern, wo es möglich ist. Der genossenschaftliche Konzern besitzt eigene Fleisch- und Backbetriebe, eine Weinkellerei und einen Fruchtsaft-Hersteller.

Ein weiterer absehbarer Trend sei die zunehmende Integration von Gastronomie-Angeboten in die Edeka-Märkte. Erste Versuche unter dem Label Edeka Deli seien bereits angelaufen. Dort können frische Snacks wie Salate, Wraps oder Sandwiches entweder gleich verzehrt oder zum Mitnehmen gekauft werden.

Die Tochtergesellschaft Netto mit ihren fast 4200 Filialen konnte im hartumkämpften Discount-Markt ihren Umsatz um 2,2 Prozent auf 12,0 Milliarden Euro ausweiten. Als Gewinn blieben 221 Millionen Euro, was Mosa als zufriedenstellend wertete. Wie auch bei Edeka sollen bei Netto kleinere Marktflächen nach und nach durch größere Einheiten ersetzt werden, um das Unternehmen effektiver führen zu können.

Mosa sagte, zu dem laufenden Antrag auf eine Ministererlaubnis zur Übernahme von 450 Filialen von Kaiser's Tengelmann wolle er sich nicht weiter äußern, "weil es ein laufendes Verfahren ist und aus Respekt vor der Entscheidung des Ministers". Er wies aber darauf hin, dass Edeka in München und Berlin keine starke Marktposition besitze. Dort aber gibt es viele Filialen von Kaiser's Tengelmann.

Das Kartellamt hatte die Übernahme untersagt. Sollte Edeka die Filialen nicht bekommen, sieht Mosa dennoch genug andere Wachstumschancen. "Unser Marktanteil ist 27 Prozent, also sind noch 73 Prozent zu verteilen. Wir glauben daran, dass sich Qualität am Ende durchsetzt."

dpa

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