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Eon drohen neue Milliarden-Abschreibungen wegen Aufspaltung

Energie Eon drohen neue Milliarden-Abschreibungen wegen Aufspaltung

Eon will seine Kraftwerks- und Handelstochter Uniper abspalten und an die Börse schicken. Doch was ist das Unternehmen wert? Es könnten neue Probleme auf Eon zukommen.

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Blick auf die Konzernzentrale von Uniper in Düsseldorf: Die Abspaltung der Kraftwerks- und Handelstochter von Eon könnte teuer werden.

Quelle: Rolf Vennenbernd/Archiv

Essen. Dem Energiekonzern Eon droht im Zuge der radikalen Neuausrichtung der dritte milliardenschwere Jahresverlust nacheinander.

Das Unternehmen stelle sich darauf ein, nach der Börsennotierung seiner Kraftwerks- und Handelstochter Uniper auf dieses Geschäft erneut hohe Abschreibungen vornehmen zu müssen, hieß es am Donnerstag in Finanzkreisen, die damit einen entsprechenden Bericht des "Handelsblatts" bestätigten. Derzeit steht Uniper dem offiziellen Spaltungsbericht zufolge noch mit 15,5 Milliarden Euro in den Büchern.

"Das ist völlig unrealistisch", zitierte die Zeitung einen Konzernmanager. "Uniper dürfte zwischen 4 und maximal 5,5 Milliarden Euro wert sein." Analysten haben ähnliche Schätzungen. Der genaue Preis wird im Laufe des Septembers feststehen, wenn Uniper an die Börse geht. Da es sich nicht um einen klassischen Börsengang, sondern eine Abspaltung vom Mutterkonzern handelt, bekommen die Aktionäre dabei automatisch für zehn Eon-Papiere einen Uniper-Anteilsschein.

Eon selbst behält zunächst 46,65 Prozent der Anteile, die erst in einiger Zeit veräußert werden sollen. Auf diesen Teil müsste Eon dann die Abschreibungen vornehmen. Derzeit liegt der Nettobuchwert dieser Anteile bei 7,2 Milliarden Euro, gemessen an den aktuellen Analystenschätzungen ist das Paket tatsächlich aber nur 2 bis 2,5 Milliarden Wert. Demzufolge würden sich die Abschreibungen auf fünf Milliarden Euro belaufen.

Investoren hat Eon nach eigenen Angaben bereits im Frühjahr auf die Probleme hingewiesen. "Wir haben bereits beim Capital Market Day im April in London die Bilanzwerte beider Unternehmen vollumfänglich und transparent dargestellt", erklärte ein Konzernsprecher auf Anfrage. "Darüber hinaus haben wir deutlich gemacht, dass Uniper mit dem Listing gemäß den internationalen Bilanzierungsstandards zwingend zum Marktwert anzusetzen ist - unabhängig von möglichen anderen Bewertungsmaßstäben."

Ein neuerlicher Verlust würde das Eigenkapital weiter aufzehren und eine Kapitalerhöhung wahrscheinlicher machen. Entsprechende Pläne gibt es ohnehin schon im Konzern. Im Zusammenhang mit den erwarteten Milliardenkosten für den Atomerbe-Staatsfonds hatte Finanzchef Michael Sen im Mai die Ausgabe neuer Aktien als eine Möglichkeit für die Finanzierung bezeichnet.

Bei Uniper werden noch höhere Abschreibungen erwartet. Die Tochter hatte erst kürzlich mitgeteilt, seinen mittelfristigen Finanzierungsbedarf mit Krediten über 4,5 Milliarden Euro gesichert zu haben.

Eon hatte Ende 2014 angekündigt, sich angesichts der Energiewende aufzuspalten. Der Mutterkonzern wird sich künftig auf die sogenannten Zukunftsgeschäfte Ökostrom, Netze und Vertrieb konzentrieren.

In der Folge schrieb der Konzern 2014 einen Verlust von 3,2 Milliarden Euro, 2015 lag das Minus sogar bei 7 Milliarden Euro. Hauptgrund waren schon da Abschreibungen auf die konventionellen Kraftwerke, die wegen des Ökostrombooms immer weniger Geld einbringen.

Den Marktwert treffen diese Angaben aber immer noch nicht. "Der Absturz war so radikal, dass der Konzern mit dem Abschreiben gar nicht schnell genug hinter herkam", erklärte ein Manager im "Handelsblatt". Ohnehin gibt es bei der Festlegung der Buchwerte einen gewissen Spielraum, vor allem bei der Beurteilung der künftigen Geschäftsentwicklung.

Die Aussichten für die Großkraftwerke dürften sich schlagartig verbessern, wenn die Bundesregierung sich zu den von der Branche geforderten Hilfen durchringt. Dabei pochen die Konzerne darauf, dass vor allem Kohle- und Gaskraftwerke noch lange gebraucht werden, um die Stromversorgung auch dann sicherzustellen, wenn nicht genügend Ökostrom zur Verfügung steht. Solche Hilfen lehnt die Bundesregierung bislang ab.

dpa

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