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Ernährungsmesse Anuga gestartet

Lebensmittel Ernährungsmesse Anuga gestartet

Vegan, halal oder glutenfrei: Auf der Ernährungsmesse Anuga dreht sich alles um die wichtigsten Trends bei Lebensmitteln. Mit vielen Neuheiten passt sich die Branche auch einem Verbraucher unter Zeitdruck an. Doch es gibt auch Kritik am Umgang mit Nahrungsmitteln.

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Veganes Essen auf der internationalen Ernährungsmesse «Anuga». In Köln reicht das Angebot von glutenfrei über tiefgekühlt bis halal.

Quelle: Maja Hitij

Köln. Mit so vielen Ausstellern wie noch nie ist die weltgrößte Ernährungsmesse Anuga an den Start gegangen. Mehr als 7000 Anbieter aus 108 Ländern tischen dem Fachpublikum in den Kölner Messehallen bis zum 14. Oktober eine Palette an Trends bei Lebensmitteln und alkoholfreien Getränken auf.

Ein Topthema sind die boomenden veganen Lebensmittel sowie die stark nachgefragten vegetarischen, Bio- und fair gehandelten Produkte. Auch spezielle "Free-From"-Waren - etwa ohne Laktose oder Gluten - liegen im Trend, nicht nur bei Allergikern.

Vor allem passen sich viele Angebote an den wachsenden Zeitdruck der Verbraucher an, die immer weniger kochen und häufiger auswärts essen, wie eine gemeinsame Studie von Ernährungsindustrie (BVE) und Konsumforschern der GfK ergeben hatte. So werden auch Neuheiten aus den Bereichen "Convenience" und "Ready-To-Cook" angeboten - also bequem zuzubereitende oder kochfertige Produkte. Eine Bühne bekommen auch Tiefkühlkost, Gourmet-Produkte oder Halal-Lebensmittel für Muslime. Partnerland der Anuga ist in diesem Jahr Griechenland.

Zum Auftakt der Fachmesse beklagte Bundesagrarminister Christian Schmidt eine mangelnde Wertschätzung für Lebensmittel in der Gesellschaft. "Es ist nicht hinnehmbar, dass weltweit rund ein Drittel der Lebensmittel zwischen Feld und Teller verloren gehen", sagte der CSU-Politiker in seiner Eröffnungsrede.

Um Verschwendung zu verhindern, müsse vor allem das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln gefördert werden. Hier sieht Schmidt auch Bildungseinrichtungen in der Pflicht: "Ernährung gehört in den Stundenplan, am besten mit einem eigenen Fach."

In Deutschland geben die Haushalte nach Angaben des Handelsverbands BVLH durchschnittlich 296 Euro im Monat für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke aus. Die Preise sollen auch 2016 nur leicht steigen. Der Inlandsmarkt gilt als gesättigt und umkämpft.

Die Ernährungsindustrie musste im ersten Halbjahr 2015 ein reales Umsatzminus von 2,1 Prozent auf knapp 82 Milliarden Euro hinnehmen. Sie ist mit 5800 Betrieben und 560 000 Beschäftigten der drittgrößte deutsche Industriezweig.

Den Messeauftakt am Samstag nutzten einige Milchviehhalter, um auf ihren Unmut gegenüber Industrie, Handel und Politik aufmerksam zu machen. Mit rund 100 Traktoren demonstrierten die Landwirte am Kölner Messegelände gegen die gefallenen Milchpreise.

dpa

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