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Wirtschaft Ex-Bahn-Chef Grube schämt sich für Verspätungen
Nachrichten Wirtschaft Ex-Bahn-Chef Grube schämt sich für Verspätungen
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15:54 09.11.2018
Der damalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube schämt sich für die Verspätungen bei seinem ehemaligen Arbeitgeber. Quelle: imago/Marius Schwarz
Berlin

Die Deutsche Bahn hat ein Pünktlichkeitsproblem. 2016 kamen nur knapp 79 Prozent aller Fernzüge pünktlich, 2017 waren es etwas weniger und im ersten Halbjahr 2018 noch weniger.

Dem ehemaligen Vorstandschef der deutschen Bahn, Rüdiger Grube, sind die Verspätungen unangenehm. Und das, obwohl er sie seit Anfang 2017 nur als Passagier mitbekommt. Der 67-Jährige sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Ich schäme mich, wenn ich teilweise die schlechten Leistungen erlebe, ich habe schließlich acht Jahre dort die Verantwortung gehabt.“

Er fahre fast jeden Tag mit dem Zug oder fliege irgendwo hin. „Beides tut sich nicht viel, auch Flugzeuge kommen zu spät, und beides ist nicht gut.“ Er wolle die Leistungen nicht schmälern, die Bahn und Fluggesellschaften täglich erbrächten. „Aber ich will gar nichts gesundbeten. Die Bahn hat viele Herausforderungen zu meistern“, sagte er.

Pünktliche Züge dürfen bei der Bahn sechs Minuten zu spät kommen

Grube ist im vergangenen Jahr nach einem Streit um die Verlängerung seines Vertrages vorzeitig zurückgetreten. Seine Karriere begann Ende der 1980er Jahre bei den Flugzeugbauern Airbus und Dasa. Nachdem ab 1996 mit kurzer Unterbrechung hochrangige Posten bei Daimler folgten, führte er von Mai 2009 bis Anfang 2017 die Deutsche Bahn. Anlass für den Rücktritt beim Unternehmen war ein Streit des Aufsichtsrats um seine Vertragsverlängerung. Nachdem Grube im Juni 2018 zum Aufsichtsratschef der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) gewählt wurde, weitet er seine Arbeit als Spitzenmanager mit dem Einstieg beim US-Geldhaus Lazard aus.

Die Deutsche Bahn investierte im ersten Halbjahr 2018 zwar mehr Geld im Kampf gegen Verspätungen. Trotzdem sank die Pünktlichkeitsquote im ersten Halbjahr auf 77,4 Prozent. „Wir erwarten eine Trendwende zum Besseren im zweiten Halbjahr“, sagte Vorstandschef Richard Lutz. Doch das Jahresziel von 82 Prozent pünktlicher Fernzüge gab er auf: Er rechne mit einer Quote von unter 80 Prozent.

Nach Definition der Bahn gelten Züge als pünktlich, wenn sie weniger als sechs Minuten nach der planmäßigen Ankunftszeit eintreffen. Bereits 2017 hatte die Bahn ihr Ziel verpasst.

Von RND/ngo

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