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Finanzen Wie groß ist die Lohnlücke wirklich?
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11:20 23.11.2017
Quelle: @ ibreakstock - depositphotos.com

Es ist alles andere als ein Gerücht, Männer verdienen in Deutschland noch immer mehr als Frauen. Der Verdienst ist offenbar kein Bereich der Emanzipation. Die Lohnlücke zwischen Mann und Frau wird oft auch als Gender Pay Gap bezeichnet. Auch wenn man um ihre Existenz weiß, kleiner will sie nicht werden. Ein Streitthema für die Gesellschaft und die Politik, ein Fortschritt ist nach wie vor nicht in Sicht. Weniger Lohn für die gleiche Arbeit, für viele Frauen der harte und reale Alltag. Doch es gibt auch Experten, für die die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen weitaus geringer ausfällt als oft diskutiert und beschrieben. Hier liegt es in erster Linie an den unterschiedlichen Betrachtungsweisen und Einflussfaktoren für das jeweilige gezahlte Gehalt.

Die Lohnlücke in Zahlen

Eigentlich können Zahlen nicht lügen. Statistiken zufolge verdienen Frauen im gleichen Beruf im Schnitt 20% bis 40% weniger als Männer. Anders ausgedrückt, eine Frau arbeitet im Durchschnitt 77 Tage umsonst, wenn man ihr Gehalt mit dem eines männlichen Kollegen vergleicht. Verdeutlicht werden kann dieser Sachverhalt durch den sogenannten Equal Pay Day, den Tag des gleichen Lohnes. Arbeiten ein Mann und eine Frau im gleichen Beruf, sie bekommt aber weniger für ihre geleistete Arbeit gezahlt, so ist das zu vergleichen mit einer verspäteten Gehaltszahlung. Erst ab dem Equal Pay Day haben beide den gleichen Lohn in der Kasse, in den Tagen zuvor geht Frau quasi leer aus, wenn man die Gehälter auf diese Weise vergleicht. Im Schnitt ist der 18. des Monats der Equal Pay Day.

Wie groß sind die Lohnlücken wirklich

Auch wenn die Statistiken eine eindeutige Sprache sprechen, sind viele Experten der Meinung, die eigentliche Lohnlücke fällt weitaus geringer aus. Aber wie kann das sein, und woher rühren diese Unterschiede? Die tatsächliche Lohnlücke, so viele Fachleute, liegt meist nur bei rund 5%. Die Gründe liegen auf der Hand. Denn demnach sind es nicht die Geschlechter, die den Unterschied ausmachen, sondern andere Faktoren wie z.B.

-          das Alter

-          die Aus-und Weiterbildung

-          die Dazugehörigkeitsdauer im Betrieb

-          das Unternehmen und die Branche

-          die Position im Unternehmen

Frauen nehmen nicht selten eine Auszeit, bekommen Kinder und sind für die Familie da. In dieser Zeit können sich viele männliche Kollegen weiterbilden und hocharbeiten. Es wird deutlich, nicht das Geschlecht an sich entscheidet über die Lohnlücke, sondern viele andere Faktoren können hier relevant sein. Wie wahr oder falsch diese Annahme tatsächlich ist, sei einmal dahingestellt.

Männer fragen häufiger

Ein weiterer wichtiger Grund für die Lohnlücke, Männer fragen häufiger nach Lohnerhöhungen und sind in den Verhandlungen selbstsicherer, aggressiver und hartnäckiger. Wer öfter fragt, bekommt meist auch mehr.

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