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Wirtschaft Flexstrom-Gläubiger müssen noch auf Geld warten
Nachrichten Wirtschaft Flexstrom-Gläubiger müssen noch auf Geld warten
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12:31 23.04.2017
Gemessen an der Gläubigerzahl ist der Fall-Flexstromes das größte Insolvenzverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik. Quelle: dpa
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Berlin 

Das Insolvenzverfahrens nach der Pleite des Stromanbieters Flexstrom zieht sich in die Länge: Mit einem Abschluss der Verhandlungen könne nicht vor Ende 2019 gerechnet werden, teilten die Insolvenzverwalter der Kanzlei White & Case mit. Grund dafür seien Fristen und Termine, die Gerichte für laufende Prozesse festlegten. Vier Jahre nach der Zahlungsunfähigkeit ist somit noch immer nicht klar, wie viel von ihrem Geld die Ex-Kunden überhaupt wiedersehen werden.

835.000 Gläubiger

Gemessen an der Gläubigerzahl ist es das größte Insolvenzverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik. 835.000 Gläubiger gibt es in dem Fall, rund 594.000 davon hatten zunächst Forderungen von rund 569 Millionen Euro angemeldet. Bis zum Abschluss des Verfahrens könnten allerdings noch weitere Forderungen dazukommen, sagten die Insolvenzverwalter. Die besondere Größe und die Vielzahl der Beteiligten - darunter nicht nur die Gläubiger, sondern auch die Schuldner von Flexstrom - mache das Verfahren zusätzlich kompliziert.

Ehemalige Strom- und Gaskunden betroffen

Bei den Gläubigern handelt es sich vor allem um Strom- und Gaskunden,die vorab oft dreistellige Euro-Beträge an Flexstrom oder eine der Töchter Optimalgrün, Löwenzahn Energie und Flexgas überwiesen hatten.

Einen Teilbetrag will der Insolvenzverwalter zurückholen – und dafür auch Haftungs- und Anfechtungsansprüche gegen die Geschäftsleitung geltend machen. Flexstrom war mit einem umstrittenen Geschäftsmodell groß geworden. Der Berliner Anbieter hatte Kunden mit Stromtarifen gelockt, die die Kosten oft erst im zweiten oder dritten Jahr nach Vertragsschluss deckten. Kunden bekamen die günstigsten Tarife nur, wenn sie schon lange im Voraus zahlten. Viele kündigten bereits nach einem Jahr, so dass die Rechnung des Unternehmens nicht aufging.

Von RND/dpa

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