Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Forscher: Beim Brexit verlieren alle, besonders die Briten

EU Forscher: Beim Brexit verlieren alle, besonders die Briten

Den Warnungen vor hohen Kosten zum Trotz haben die Briten für den EU-Austritt ihres Landes gestimmt. Ökonomen wiederholen nun ihre düsteren Prognosen: Die Bertelsmann-Stiftung erwartet Wirtschafts-Einbußen von bis zu 300 Milliarden Euro.

Voriger Artikel
Moody's droht Großbritannien nach Brexit mit Herabstufung
Nächster Artikel
Heizkosten sinken weiter - Öl deutlich billiger als Gas

Mini-Produktion in Oxford: Vor allem Großbritannien selbst wird wirtschaftlich unter dem EU-Austritt leiden.

Quelle: BMW AG/Archiv

Gütersloh. Nach der Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt erwarten Ökonomen der Bertelsmann-Stiftung gravierende wirtschaftliche Einbußen in Europa. Am schmerzhaftesten werde ein Brexit die Briten selbst treffen.

"Es ist eine Situation in der alle verlieren, die EU-Mitgliedsländer und ganz besonders dramatisch Großbritannien", sagte Andreas Esche, Leiter des Wirtschaftsbereichs der Stiftung, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Blieben die EU-Länder bei ihrem angekündigten harten Kurs gegen die ausstiegswilligen Briten, zeichne sich eine Abschottung ab, die die britische Wirtschaft bis ins Jahr 2030 mehr als 300 Milliarden Euro kosten könnte. Isoliere sich Großbritannien in Handelsfragen komplett, könnte auch Deutschlands Wirtschaft Verluste von insgesamt mehr als 55 Milliarden Euro einstecken müssen.

Einbußen in dieser Höhe hatten die Wirtschaftsexperten der Bertelsmann-Stiftung für eine bereits 2015 veröffentlichte Studie errechnet. "Wir sehen mit Schrecken in den Gliedern, dass die Prognosen nun relevant bleiben und die wirtschaftlichen Argumente gegen den Brexit das Votum nicht haben anders ausfallen lassen", sagte Esche. "Die Engländer haben sich für eine Phase der Unsicherheit entschieden." Diese Unsicherheit hemme auf der Insel den Konsum und die Investitionsfreude und reduziere die wirtschaftliche Leistung in den kommenden Monaten und Jahren.

Langfristig schlagen teurer werdender Handel, fehlende Investitionen und schwindende Innovationskraft zu Buche. Die noch heute gültige Studie geht von einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um bis zu 14 Prozent bis zum Jahr 2030 aus. Die Ökonomen beziehen sich auf diesen Zeitraum, weil sie davon ausgehen, dass handelspolitische Entscheidungen erst dann ihre volle Wirkung entfalten.

Mehr als 50 Prozent des britischen Import- und Exportgeschäfts wickelte England zuletzt mit EU-Mitgliedsstaaten ab, heißt es in der Studie. Fallen die durch die EU garantierten Handelsprivilegien weg, verteuern Zölle und andere Effekte den Austausch von Waren und Dienstleistungen.

Zu den Sektoren, die es den Experten zufolge besonders hart treffen wird, zählen die Maschinenbau- und Automobilbranche, aber auch die Pharma- und Chemieindustrie. In diesen Feldern führe eine britische Isolation aufgrund der vielen Produktnormen und unterschiedlichen Regularien schnell zu teuren Handelshemmnissen, erklärte Esche. Besonders treffe die Abschottung die Briten aber auf dem für sie so bedeutsamen Finanzdienstleistungssektor. Investoren könnten sich zurückziehen. Es fehle ihnen schließlich dann ein wichtiger Grund nach England zu kommen: Der Zugang zum europäischen Binnenmarkt. Das treffe auch andere Branchen.

"Andersherum kann es durchaus sein, dass es deswegen Investitionsverlagerungen auf den Kontinent geben wird", sagte Esche. So könnten von Abwanderungen vom Finanzplatz London, Frankfurt, Paris oder andere Finanzzentren profitieren.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 10.529,50 +0,15%
TecDAX 1.687,00 +0,03%
EUR/USD 1,0554 +0,18%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. TELEKOM 14,69 +0,71%
BAYER 87,21 +0,71%
HEID. CEMENT 83,50 +0,67%
DT. BANK 14,73 -1,98%
VOLKSWAGEN VZ 118,37 -0,71%
LUFTHANSA 12,14 -0,50%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Bakersteel Global AF 166,72%
Structured Solutio AF 154,79%
Stabilitas PACIFIC AF 142,96%
AXA IM Fixed Incom RF 139,36%
Polar Capital Fund AF 99,87%

mehr

  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr