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Forscher wollen Tiergesundheit messen

Neues Netzwerk Forscher wollen Tiergesundheit messen

Das Wohlergehen von Nutztieren ist vielen Verbrauchern wichtig. Doch wie genau misst man, wie es Tieren bei der Haltung oder vor der Schlachtung geht? Forscher wollen ein neues System dafür entwickeln.

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Auf dem „Innovationskongress Tierwohl“ in Dummerstorf wollen Forscher zusammen mit Tierhaltern ein Messsystem für das Wohlbefinden und die Gesundheit von Nutztieren entwickeln.

Quelle: dpa

Dummerstorf. Forscher und Tierhalter wollen gemeinsam ein Messsystem für das Wohlbefinden und die Gesundheit von Nutztieren entwickeln. Ziel sei es, mit einem schnellen und einfach zu handhabenden System gleichzeitig mehrere biochemische Marker zu bestimmen, sagte Martin Kunze vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf bei Rostock am Donnerstag bei einem „Innovationskongress Tierwohl“. Zu den Markern gehören etwa Stresshormone oder Wachstumsfaktoren.

Das entsprechende Gerät sollte nach den Vorstellungen der Forscher in der Tierhaltung, aber auch in Schlachthöfen eingesetzt werden. Auch Verhaltensmerkmale könnten später in einen solchen Test einfließen. Wann das System zur Verfügung stehen wird, konnte Kunze nicht sagen. Zur Umsetzung des Projekts wurde jetzt ein Netzwerk gegründet.

Produzenten von Biofleisch hätten das FBN gebeten, ein Gerät zur objektiven Erfassung biochemischer Marker zu entwickeln, sagte Projektleiter Andreas Höflich. Denn die Unsicherheit vieler Verbraucher über das Wohlergehen der Tiere sei ein Grund dafür, dass es auf dem Markt für Biofleisch zunehmend Absatzprobleme gebe.

„Bis jetzt ist es reine Vertrauenssache zwischen Verbraucher und Produzenten“, erklärte Höflich. „Nur wenn die Verbraucher sicher sind, dass sie das Schnitzel mit gutem Gewissen essen können und die Tiere ein gutes Leben gehabt haben, sind sie bereit, dafür mehr zu zahlen.“ Das sei bisher aber eine rein subjektive Ebene. Wenn es im Biobereich Missstände gebe, breche der Markt zusammen. Schritt für Schritt müssten nun Parameter für Hunger, Durst oder Schmerzen gefunden werden.

Es gebe zwar schon einzelne Testsysteme für einige biochemische Marker, erläuterte Kunze. Die Entwicklung eines Systems, das gleichzeitig mehrere Parameter misst, sei jedoch enorm schwierig. Es gelte nun, Biomarker zur Definition des Tierempfindens bei der Haltung, vor der Schlachtung oder auch nachträglich - etwa bei der Kontrolle des Fleischs - zu finden.

dpa

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