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Fresenius rollt mit Zukauf europäischen Krankenhausmarkt auf

Medizin Fresenius rollt mit Zukauf europäischen Krankenhausmarkt auf

Der Gesundheitskonzern Fresenius peilt die größte Übernahme der Firmengeschichte an: Der Dax-Konzern kauft den spanischen Klinikbetreiber Quirónsalud - und zielt auf einen Wachstumsmarkt.

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Fresenius kauft sich mit der Übernahme des Krankenhauskonzerns Quirónsalud auch in den spanischen Markt ein. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv

Bad Homburg. Mit der größten Übernahme seiner Firmengeschichte wird der Medizinkonzern Fresenius nun auch in Spanien zum Klinikbetreiber.

Für 5,76 Milliarden Euro kauft das Unternehmen aus Bad Homburg den spanischen Krankenhauskonzern Quirónsalud mit 43 Kliniken und 35 000 Mitarbeitern, wie Fresenius am späten Montagabend mitteilte. Quirónsalud ist die größte private Klinikkette in Europa außerhalb Deutschlands. Fresenius erhofft sich in Spanien große Wachstumschancen.

Gut zwei Monate nach Amtsantritt setzt der neue Vorstandsvorsitzende Stephan Sturm damit das erste große Ausrufezeichen. Er hatte im Juli die Nachfolge von Ulf Schneider übernommen, der zum Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé gewechselt war. Der bis jetzt größte Zukauf von Fresenius war 2008 die Übernahme des US-Unternehmens APP Pharmaceuticals, mit dem sich der Konzern Zugang zum US-Markt für Nachahmermedikamente (Generika) verschaffte.

Quirónsalud arbeitet profitabel, der Umsatz stieg in den vergangenen fünf Jahren aus eigener Kraft um je über fünf Prozent. In Spanien ist die Konsolidierung auf dem Krankenhausmarkt noch nicht so weit fortgeschritten wie in Deutschland: Während hierzulande die fünf größten Betreiber 93 Prozent der privaten Kliniken besitzen, sind es in Spanien 25 Prozent. Außerdem schätzt Fresenius den medizinischen Bedarf in Spanien so ein, dass weitere Neugründungen und Erweiterungen von bestehenden Krankenhäusern möglich sind.

"Der Markt hat Aufholpotenzial", sagte Fresenius-Chef Sturm am Dienstag in einer Telefonkonferenz. So sei die Zahl der Krankenhausbetten in Spanien niedriger als in Deutschland und die Gesundheitsausgaben pro Kopf lägen unter dem Schnitt der Europäischen Union. Quirónsalud sei ferner in allen wichtigen Ballungszentren Spaniens vertreten und habe über Öffentlich-Private Partnerschaften langfristige Verträge zum Betrieb von Krankenhäusern. "Das sorgt für Planungssicherheit."

Die Übernahme durch die Klinik-Tochter Fresenius Helios soll von 2017 an den Gewinn steigern. Fresenius erwartet einen zusätzlichen Beitrag von 520 bis 550 Millionen Euro zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Mittelfristig sollen jährliche Synergieeffekte von 50 Millionen Euro erzielt werden. Die mittelfristige Prognose will Fresenius mit der Vorlage der Geschäftszahlen für 2016 erneuern.

Verkäufer der Klinikkette, die Fresenius komplett übernehmen will, sind die Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners, der Mitgründer und Vorsitzende der Geschäftsführung von Quirónsalud, Victor Madera, und weitere Mitglieder der Geschäftsführung. Die Übernahme soll bis zum vierten Quartal dieses Jahres über die Bühne gehen oder spätestens im ersten Quartal 2017. Die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden steht noch aus.

Zur Finanzierung verschuldet sich Fresenius. Damit werden die Verbindlichkeiten vorübergehend gut dreimal höher als der operative Gewinn liegen. Madera erhält zudem gut sechs Millionen Aktien im Wert von 400 Millionen Euro. An der Börse kamen die Übernahmepläne gut an. Fresenius-Aktien stiegen am Dienstag zeitweise auf ein Rekordniveau.

Zu weiteren möglichen Übernahmen äußerte sich Sturm zurückhaltend. Vorrang habe nun die Integration von Quirónsalud in den Konzern. Er schließe aber Zukäufe nicht aus, sollten sich Gelegenheiten bieten.

dpa

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