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Gazprom profitiert von andauernder Rubelschwäche

Energie Gazprom profitiert von andauernder Rubelschwäche

Der schwache Rubel beschert dem russischen Energiegiganten Gazprom gute Gewinne. Einflussreiche Manager schlagen aber eine Aufteilung des Konzerns vor. Wird der Monopolist seine Stellung beibehalten?

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Blick auf die Gazprom-Zentrale in Moskau. Bei Gazprom laufen die Geschäfte wieder gut. Foto: Sergei Ilnitsky

Moskau. Der vom Kreml gesteuerte Energiekonzern Gazprom hat für die ersten neun Monate des Jahres einen kräftigen Gewinn gemeldet.

Für die Zeit von Januar bis September 2015 liege der nach russischer Rechnungslegung (RAS) bilanzierte Nettogewinn bei 169,7 Milliarden Rubel (2,4 Mrd Euro) - fast fünfmal so viel wie vor Jahresfrist, teilte das Unternehmen am Freitag Agenturen zufolge mit.

Den Gewinnschub führte Gazprom hauptsächlich auf die andauernde Rubelschwäche sowie auf Verträge aus Immobiliengeschäften und "Beteiligungen an anderen Unternehmen" zurück.

Nähere Angaben machte der Staatskonzern zunächst nicht. Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 8 Prozent auf knapp 3,1 Billionen Rubel. Die Einnahmen aus dem Gasgeschäft mit Ländern außerhalb der früheren Sowjetunion legten infolge der starken Rubelabwertung um 16 Prozent zu.

Lieferverträge von Gazprom sind meist in US-Dollar abgeschlossen. Wegen des niedrigen Ölpreises hat aber die russische Währung zum Dollar massiv an Wert verloren. Das Unternehmen kassiert damit wegen des Wechselkurses deutlich mehr Rubel für Gas.

Forderungen einer Zerschlagung von Gazprom erteilte die Regierung in Moskau eine Absage. Der für Energie zuständige Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch sagte, er habe die Vorschläge zwar nicht studiert, sei aber gegen eine Aufteilung des Monopolisten. Beobachtern zufolge wurde das Thema auf Regierungsebene bisher nicht intensiv behandelt.

Einflussreiche Topmanager wie der Chef des staatlichen Ölkonzerns Rosneft, Igor Setschin, tragen sich seit Jahren mit Plänen, Gazprom in zwei Konzerne zu teilen. So fordert Setschin, Gazprom solle ein Tochterunternehmen gründen, das für den Transport und das Speichern von Gas zuständig ist.

Gazprom dürfte im laufenden Jahr die Gasförderung auf etwa 427 Milliarden Kubikmeter zurückfahren. Ursprünglich hatte der Konzern für 2015 etwa 485 Milliarden Kubikmeter eingeplant. Nach dem ersten Quartal wurde die Prognose auf 471 Milliarden und nach dem zweiten Quartal auf 447 Milliarden Kubikmeter nach unten korrigiert. Deutschland, das rund 40 Prozent seines Gasbedarfs in Russland deckt, bleibt mit Abstand größter Abnehmer von russischem Gas.

Den Angaben zufolge reduzierte Gazprom seinen Anteil am Gasprojekt Nord Stream-2 um einen Prozentpunkt zugunsten der französischen Engie auf 50 Prozent. Die restliche Hälfte wird jetzt zu je 10 Prozent von den deutschen Konzernen BASF und Eon sowie Engie, der österreichischen OMV und dem britisch-niederländischen Energieriesen Shell kontrolliert.

dpa

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