Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Geld im Euroraum bleibt billig
Nachrichten Wirtschaft Geld im Euroraum bleibt billig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:45 16.07.2015
Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank: Die EZB belässt den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Quelle: Fredrik von Erichsen
Anzeige
Frankfurt/Main

Das teilte die Notenbank in Frankfurt mit.

Im Mittelpunkt der Ratssitzung dürfte jedoch weniger die bereits weitgehend ausgereizte Geldpolitik, als vielmehr das pleitebedrohte Griechenland gestanden haben. Denn auch nach der Einigung der Euro-Länderchefs, unter bestimmten Bedingungen über ein drittes Hilfspaket zu verhandeln, ist das hoch verschuldete Land nicht gerettet.

Immerhin hat Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras die verlangten ersten Reformen mit Hilfe der Opposition durchs Parlament gebracht. Doch die Gläubiger verlangen weitere Spargesetze, bevor Verhandlungen über das Hilfspaket beginnen können.

Bisher halten die Währungshüter Griechenlands Banken über Notkredite ("Emergency Liquidity Assistance"/Ela) am Leben. Allerdings ist das Volumen von fast 90 Milliarden Euro seit Ende Juni nicht mehr erhöht worden. Beobachter gehen davon aus, dass die griechischen Geldhäuser diesen Spielraum schon fast ausgereizt haben.

Ökonomen sind uneins, ob die EZB den Ela-Rahmen bereits unmittelbar nach der Billigung der Reformen durch das Athener Parlament ausweiten wird. Aus Sicht von Helaba-Ökonom Ulf Krauss könnte das Volumen erst aufgestockt werden, wenn Athen am kommenden Montag fällige Schulden an die EZB in Höhe von 3,5 Milliarden Euro zurückzahlt.

Falle die Zahlung aus, dürfe Ela nicht weiter genutzt werden, argumentiert Krauss: "Durch die Notfallkredite an griechische Banken sowie ihre Anleihebestände in Höhe von rund 27 Milliarden Euro wäre die EZB von einem Staatsbankrott Griechenlands direkt betroffen." EZB-Liquidität könne erst wieder fließen, wenn eine Brückenfinanzierung stehe.

Hingegen glaubt Chefvolkswirt Holger Schmieding von der Berenberg Bank, dass die EZB ihre Ela-Kredite nach der Athener Abstimmung leicht anheben wird: "Damit würde die Notenbank die Grundlage schaffen, dass griechische Geldhäuser vielleicht schon im Laufe der kommenden Woche wieder öffnen können."

Um die Konjunktur und den Preisauftrieb im Euroraum trotz der Hellas-Krise anzuschieben, pumpt die EZB seit März monatlich 60 Milliarden Euro in Staatsanleihen und andere Vermögenswerte. Bis September 2016 sollen 1,1 Billionen Euro fließen. Bis zum 10. Juli hat die EZB im Rahmen dieses Programms allein Staatsanleihen im Gesamtvolumen von rund 216 Milliarden Euro erworben.

Das frische Geld kommt im Idealfall über Geschäftsbanken in Form von Krediten bei Unternehmen und Verbrauchern an. Das könnte Investitionen und Konsum anschieben und so die Konjunktur in Schwung bringen und die Inflation anheizen.

Die Teuerung im Euroraum ist jedoch weiterhin niedrig und weit vom EZB-Ziel von knapp unter 2,0 Prozent entfernt. Im Juni sank die jährliche Inflationsrate im Euroraum nach Zahlen der Statistikbehörde Eurostat vom Donnerstag sogar wieder von 0,3 Prozent im Vormonat auf 0,2 Prozent. Noch im Januar hatte ein Minus von 0,6 Prozent Sorgen vor einer Deflation - also einem Preisverfall auf breiter Front - geschürt.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die erste Versteigerung von Ölförderlizenzen seit fast 80 Jahren in Mexiko hat nur ein mageres Ergebnis erzielt. Lediglich zwei der 14 Felder fanden bei der ersten Auktion seit dem Ende des staatlichen Monopols einen Abnehmer.

16.07.2015

Die Deutsche Pfandbriefbank (ppb) ist bei ihrem Börsendebüt mit einem blauen Auge davongekommen. Nachdem der Ausgabepreis lediglich am unteren Ende der Zeichnungsspanne gelegen hatte, konnten die Papiere wenigstens bei Handelsstart deutlich zulegen.

16.07.2015

Die Europäische Zentralbank (EZB) will offenbar die Nothilfe für griechische Banken vorerst nicht erhöhen. Demnach würden die ELA-Notkredite ("Emergency Liquidity Assistance") vorerst auf derzeit 88,6 Milliarden Euro begrenzt bleiben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Bezug auf informierte Kreise.

16.07.2015
Anzeige