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Geldautomaten-Hersteller Wincor Nixdorf wird amerikanisch

Internet Geldautomaten-Hersteller Wincor Nixdorf wird amerikanisch

Eine US-Firma will Wincor Nixdorf übernehmen. Das Angebot für die Aktionäre liegt seit Montag auf dem Tisch. Weitere Arbeitsplätze in Deutschland soll das nicht kosten.

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Wincor Nixdorf gilt als weltweite Nummer drei der Branche.

Quelle: Bernd Thissen

North Canton/Paderborn. Der angeschlagene Geld- und Kassenautomaten-Hersteller Wincor Nixdorf flüchtet sich in die Arme des US-Konkurrenten Diebold. Für bis zu 1,7 Milliarden Euro will der Konzern aus Ohio den Paderborner Rivalen schlucken.

Der neue Konzern soll Diebold Nixdorf heißen und seinen rechtlichen Sitz in North Canton haben, wie beide Konzerne am Montag mitteilten. Ein weiterer Stellenabbau ist zumindest für Deutschland aber nicht vorgesehen.

Konkret beläuft sich das Angebot auf 38,98 Euro in bar sowie 0,434 Diebold-Anteile je Wincor-Nixdorf-Aktie. Der Preis entspricht den Unternehmen zufolge einem Wert von 52,50 Euro je Wincor-Papier. Der tatsächliche Wert hängt von der Entwicklung der Diebold-Aktie und dem Euro/Dollar-Verhältnis ab. Das Angebot soll den Aktionären Anfang 2016 unterbreitet werden. Bis zum Sommer soll das Geschäft unter Dach und Fach sein, die Genehmigung der Kartellbehörden vorausgesetzt.

Die beiden Konzerne hatten bereits Mitte Oktober Gespräche über eine Übernahme bestätigt. Allerdings hatte Wincor-Chef Eckard Heidloff da noch betont, dass der MDax-Konzern auch alleine weitermachen könnte. Der eigenständige Weg sei auch 15 Jahre lang der richtige gewesen, sagte der Manager jetzt am Montag. "Am Ende mussten wir dann aber abwägen, welche Option für die Zukunft die richtige ist. Gemeinsam sind wir viel besser für die Anfragen der Kunden gerüstet und können den Veränderungen der Branche besser begegnen."

An der Börse ging es für die Wincor-Aktie nach der Übernahmeankündigung bergauf. Zuletzt legte sie um 5,16 Prozent auf 48,17 Euro zu. Zahlreiche Analysten sprachen von einem guten Angebot und empfahlen es anzunehmen. "Die Transaktion ist sinnvoll", heißt es beispielsweise bei der DZ Bank. Wincor habe eine starke Marktstellung in Europa und Diebold in den USA. Skeptischer sah dies die Commerzbank. Zwar bezeichnete auch Analystin Yasmin Moschitz das Angebot als "attraktiv". Dennoch sei sie nicht vollständig von dem Geschäft überzeugt, vor allem weil beiden Unternehmen eine bedeutende Stellung in den Schwellenländern fehle.

Die Branche befindet sich derzeit im Umbruch. Wincor Nixdorf beispielsweise kämpft seit Jahren mit einer schwachen Nachfrage vor allem nach Geldautomaten. Die Banken halten sich mit Investitionen zurück und auch aus dem Einzelhandel kommen kaum Impulse. Auch in den Schwellenländern läuft es schleppend. In China beispielsweise führen lokale Anbieter einen aggressiven Preiskampf.

Durch den Zusammenschluss von Wincor und Diebold entstünde ein Konzern mit einem gemeinsamen Jahresumsatz von 4,8 Milliarden Euro, 25 000 Mitarbeitern und knapp einer Million Bankautomaten. Das Wachstumspotenzial, das sich daraus ergebe, sei enorm, sagte Diebold-Chef Andy Mattes. Die Unternehmen ergänzten sich regional, die Kosteneinsparungen, die sich beispielsweise durch eine gemeinsame Produktion und bessere Auslastungen ergeben, könnten wiederum für Investitionen genutzt werden. Mattes rechnet damit, dass die jährlichen Kosten im gemeinsamen Konzern um 160 Millionen US-Dollar pro Jahr gedrückt werden können.

dpa

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