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Nachrichten Wirtschaft Gericht setzt Verwalter für Imtech-Baukonzern ein
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16:00 11.08.2015
Deutsche Niederlassung des niederländischen Gebäudeausrüsters Imtech in Hamburg. Quelle: Daniel Bockwoldt
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Gouda/Berlin

Das zuständige Distriktgericht in Rotterdam habe den Antrag bewilligt und einen Verwalter für den Konzern eingesetzt, teilte das Unternehmen mit. Sie hatte bereits in der vergangenen Woche Insolvenzantrag gestellt.

Die Folgen für die Arbeiten auf der Flughafen-Baustelle waren zunächst noch nicht absehbar. Am Montag hatte der vorläufige Insolvenzverwalter für Imtech Deutschland, Peter-Alexander Borchardt, noch erklärt, die Arbeiten im neuen Terminal sollten wie geplant fortgesetzt werden. Das Unternehmen ist unter anderem für Elektro-, Sanitär- und Lüftungsarbeiten am BER zuständig.

Vor allem Planungsfehler und Mängel an der Brandschutzanlage haben die Eröffnung des neuen Flughafens bisher verhindert. Er sollte eigentlich im Oktober 2011 seinen Betrieb aufnehmen. Zuletzt wurde die zweite Jahreshälfte 2017 angepeilt.

Offen blieb die Frage, ob auch andere große Bauprojekte in Deutschland von der Insolvenz betroffen sind. Die deutsche Imtech-Tochter äußerte sich zunächst nicht dazu.

Der Imtech-Konzern hatte sich bis Montag vergeblich bemüht, bei seinen Banken einen Überbrückungskredit in Höhe von 75 Millionen Euro zu bekommen. "Es ist sehr bedauerlich, dass es trotz aller Anstrengungen aller Beteiligten nicht möglich war, diese Situation zu vermeiden", teilte Imtech-Aufsichtsratschef Frans Cremers mit.

Die Konzernverwalter in den Niederlanden hoffen auf Übernahmeangebote. Sie würden sich jetzt zusammen mit der Konzernleitung und den Gläubigerbanken einen Überblick zu den Zukunftschancen der verschiedenen Unternehmensteile verschaffen, meldete die niederländische Nachrichtenagentur ANP am Dienstag. Ziel sei es, von den weltweit rund 22 000 Arbeitsplätzen so viele wie möglich zu erhalten.

Der Konzern kämpfe seit rund zwei Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten, sagte Imtech-Vorstandschef Gerard van de Aast bei einer Pressekonferenz. Zusätzlich zu einem bereits gewährten Kreditrahmen von 700 Millionen Euro habe man aktuell noch weitere 75 Millionen Euro benötigt, die aber von den Gläubigern nicht mehr gewährt worden seien. Die Schwierigkeiten seien zu großen Teilen durch jahrelangen Betrug bei den Imtech-Töchtern in Deutschland und Polen verursacht worden. 

dpa

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