Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Greenpeace: Interesse an Kauf deutscher Vattenfall-Tagebaue

Energie Greenpeace: Interesse an Kauf deutscher Vattenfall-Tagebaue

Überraschender Interessent im Verkaufsprozess um die Braunkohlesparte in der Lausitz: Greenpeace will mit einem Kauf vermeiden, dass weitere Tagebaue aufgeschlossen werden. Die Nachricht werten einige als PR-Gag.

Voriger Artikel
Dax bleibt dank Zinshoffnung auf Erholungskurs
Nächster Artikel
Müller: VW will im Januar Rückruf starten

Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace stehen mit einem Transparent beim Braunkohletagebau Welzow-Süd in Brandenburg.

Quelle: Patrick Pleul/Archiv

Cottbus/Stockholm. Greenpeace hat sich in den Verkaufsprozess für die Lausitzer Braunkohle-Tagebaue des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall eingeschaltet.

Mit einem möglichen Kauf wolle man sicherstellen, dass die Braunkohle im Boden bleibe, heißt es in einer Mitteilung des schwedischen Ablegers der Umweltorganisation. Damit übernehme Greenpeace konkrete Verantwortung für das Klima.

"Wir werden eine ernsthafte Diskussion mit Vattenfall über den Kauf führen", sagte Greenpeace-Managerin Annika Jacobson. Die schwedische Regierung dürfe es nicht hinnehmen, wenn ein Käufer weiter große Kohlemengen verbrenne. "Das ist ein Signal, das Schweden vor der Pariser Klimakonferenz nicht geben kann."

Der Energiekonzern Vattenfall gehört zu 100 Prozent dem schwedischen Staat und will sich schon seit längerem von der Braunkohle-Förderung in der Lausitz trennen. Vattenfall betreibt in Sachsen und Brandenburg fünf Kohlegruben und drei Kohle-Kraftwerke. Ein weiteres teilt sich das Unternehmen mit dem Energiekonzern EnBW am sächsischen Standort Lippendorf.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Vattenfall Europe Mining, Rüdiger Siebers, bezeichnete das Kaufinteresse der Umweltorganisation als einen "PR-Gag". "Das nehmen wir nicht ernst", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Ähnlich äußerte sich Brandenburgs Energieminister Albrecht Gerber (SPD). Bei der Greenpeace-Aktion handele es sich offenbar um einen Aprilscherz zur falschen Jahreszeit, sagte er auf Anfrage. Er halte eine Bewerbung um die Vattenfall-Tagebaue für "völlig abwegig". Verhaltener war die Reaktion aus dem sächsischen Wirtschaftsministerium. "Ob dies ein ernstzunehmendes Angebot ist, wissen wir nicht", hieß es auf Anfrage. Man erwarte, dass sich ein neuer Eigentümer an die geltenden Verträge halte.

Die Grünen im sächsischen Landtag sehen in den Plänen von Greenpeace hingegen einen Weg aus der "Kohle-Sackgasse". "Wir halten das für eine ernst gemeinte Absichtserklärung", sagte der energiepolitische Sprecher, Gerd Lippold. Sollte daraus ein Kaufangebot resultieren, sei das ein Weg, den "Beschluss zum Verkauf mit einem klimagerechten Kohleausstiegskonzept zu verknüpfen."

In einer ersten Stufe des europaweiten Verkaufsprozesses konnten bis zum Dienstag Unternehmen ihr Interesse bekunden. Die Unterlagen werden nun gesichtet. In einem zweiten Schritt werden die Interessenten zu näheren Angaben aufgefordert. Um weiter dabei zu sein, müssen sie nach dem europäischen Vergaberecht eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen - zum Beispiel eine nachhaltige Finanzierung nachweisen. Spätestens an dieser letzten Hürde könnte das Greenpeace-Interesse scheitern. Der Verkaufsprozess wird sich laut Vattenfall noch mindestens bis ins Jahr 2016 hinziehen.

Wieviele Interessenten es gibt, wollte der Energiekonzern nicht mitteilen. Nach eigenen Angaben ist die tschechische Holding EPH darunter. "Wir haben uns für das Verfahren angemeldet", sagte EPH-Sprecher Daniel Castvaj der Deutschen Presse-Agentur. Zur Holding EPH gehört bereits der Braunkohleförderer Mibrag mit Sitz in Zeitz in Sachsen-Anhalt.

Auch der tschechische Energieversorger CEZ hat Interesse an einer Übernahme. "Diese Option passt gut in unsere Konzernstrategie", sagte CEZ-Geschäftsführer Daniel Benes der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Das Unternehmen will im Falle eines Kaufs weiter Braunkohle fördern.

Direkt und indirekt hängen rund 25 000 Jobs von der Lausitzer Braunkohle ab, die für etwa zehn Prozent der deutschen Stromerzeugung steht. Die Verstromung von Braunkohle gilt angesichts der Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Quellen als auslaufende Technologie. Andererseits wird sie jedoch vermutlich noch auf Jahrzehnte gebraucht, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 10.686,00 +0,01%
TecDAX 1.701,50 +0,04%
EUR/USD 1,0781 +0,20%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

FMC 74,28 +1,60%
RWE ST 11,90 +1,53%
INFINEON 16,00 +1,37%
LUFTHANSA 12,11 -1,22%
MERCK 92,73 -0,79%
LINDE 155,29 -0,64%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 154,79%
Polar Capital Fund AF 102,15%
Stabilitas GOLD+RE AF 93,39%
Morgan Stanley Inv AF 91,64%
First State Invest AF 89,33%

mehr

  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr