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Großbaustellen der Bahn bringen Zeitverzug

Verkehr Großbaustellen der Bahn bringen Zeitverzug

Die Bahn hat sich viel vorgenommen. Sie will mehr bauen, um das Gleisnetz zu sanieren, dabei aber möglichst selten Trassen sperren. Auf einigen Strecken warten dennoch Unannehmlichkeiten auf die Fahrgäste.

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Bauarbeiten auf dem Gelände des Hauptbahnhofes in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt).

Quelle: Hendrik Schmidt

Berlin. Auf die Fahrgäste der Deutschen Bahn kommen auch in diesem Jahr auf einigen Strecken längere Fahrzeiten und Umleitungen zu.

Grund dafür sind große Baustellen, bei denen Gleise und Weichen oder Brücken erneuert werden. Die Bahn will aber einzelne Projekte entlang eines Abschnitts zeitlich so gut aufeinander abstimmen, dass Zahl und Dauer von Sperrungen bei steigendem Bauvolumen verringert werden. "Bündelung ist das Zauberwort, mit dem wir dieses Ziel erreichen können", sagte das Vorstandsmitglied der Bahntochter DB Netz, Roland Bosch, in Berlin.

In diesem Jahr sollen 3200 Kilometer Schienen, 2000 Weichen, 2,9 Millionen Bahnschwellen und 150 Brücken erneuert werden. Dafür sind 5,5 Milliarden Euro eingeplant, 200 Millionen Euro mehr als 2015. Durch die jahrelange Unterfinanzierung habe sich ein Investitionsstau von 30 Milliarden Euro gebildet, der nun dank höhere Beiträge vom Eigentümer Bund von 2019 an abgebaut werde, sagte Bosch.

Auf der ICE-Strecke Hamburg-Hannover-Göttingen werden von Anfang Mai bis September in zwei Stufen Weichen und Gleise erneuert. Ab Mitte Juli werden dabei täglich etwa 100 Fernzüge umgeleitet, was zu einer 40 Minuten längeren Fahrzeit führt. Der Abschnitt Frankfurt-Mannheim wird von Mitte Juli bis Ende August nur eingleisig befahrbar sein. Auch hier wird ein Teil des Fernverkehrs umgeleitet.

Bereits seit Mitte Januar wird am Abschnitt Saalfeld-Nürnberg als Teil der Neubaustrecke Erfurt-Nürnberg gearbeitet. Zwischen Hallstadt und Bad Staffelstein bleibt die Trasse 34 Wochen gesperrt, um sie auf der bisherigen Linie komplett neu zu bauen.

Das Schienennetz-Sanierungsprogramm umfasst 28 Milliarden Euro für die Jahre 2015 bis 2019. Davon kommen 16,6 Milliarden Euro vom Eigentümer Bund und 11,4 Milliarden Euro aus Eigenmitteln der Bahn.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am Sonntag die Erwartung geäußert, "dass die Bahn unsere Mittel schnell und gezielt in das bestehende Netz investiert und vor allem den Sanierungsstau bei den Brücken abbaut". Bosch sagte, genau dies sei 2015 passiert: "Wir haben die Mittel bis auf den letzten Euro verbaut." In diesem Jahr sollte das wieder gelingen, fügte er hinzu.

dpa

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